Oktober 6, 2026 4:45 p.m. CEST

„So noch nicht gesehen“

Forscher finden Hinweise auf eine neue Planetenart


06.10.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 3 Min.

Weißer Zwerg (l.) und Planet: Die künstlerische Darstellung zeigt den möglichen Planeten zweiter Generation und seinen Stern. (Quelle: NASA, ESA, Leah Hustak (STScI))

Forscher sind im Datenarchiv des Weltraumteleskops „Hubble“ auf eine Überraschung gestoßen. Sie fanden dort Hinweise auf einen Planeten, der aus den Überresten seines Sterns entstanden sein könnte.

Astronomen haben erstmals Hinweise auf einen Planeten entdeckt, der sich aus den Überresten eines bereits gestorbenen Sterns gebildet haben könnte. Vermutlich handelt es sich um einen Gasriesen, der den Weißen Zwerg HS 0209+0832 in rund 270 Lichtjahren Entfernung von der Erde umkreist.

Ihre Forschungsergebnisse haben die Astronomen im Fachjournal „Nature Astronomy“ veröffentlicht. Entdeckt haben die Forscher Hinweise auf den Planeten in Daten, die seit 1999 in einem Archiv lagen.

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So entsteht ein Weißer Zwerg

Stirbt ein Stern wie unsere Sonne, bläht er sich zunächst zu einem Roten Riesen auf und stößt dann seine äußeren Schichten ab. Zurück bleibt ein kleinerer, aber dichter und heißer Kern. Diesen heißen Kern nennen Astronomen einen Weißen Zwerg.

Planeten, die gemeinsam mit dem Stern entstanden sind, können dieses Ereignis überdauern, wenn sie den Stern in ausreichend großem Abstand umkreisen.

Die Grafiken zeigen die Entwicklung eines sonnenähnlichen Sterns bis zum Weißen Zwerg, der von äußeren Schichten umgeben ist und von einem Planeten umrundet wird. (Quelle: NASA, ESA, Leah Hustak (STScI))

Einige solcher Überlebenden haben Astronomen bereits beobachtet. Ein Planet der zweiten Generation, also eine komplett neu entstandene Welt aus der Asche eines Sterns, war bisher noch nicht dabei.

Reich an Niob

Der entscheidende Hinweis auf den Planeten sind ungewöhnliche Spuren schwerer Elemente auf der Oberfläche des Weißen Zwergs. Nach Einschätzung der Studienautoren stammt dieses Material von einem Planeten; dieses Material fällt auf den Sternenrest.

„Dieses Planetenmaterial ist reich an einem Element namens Niob“, sagte Jamie Williams, Erstautor der Studie und Doktorand am Institut für Physik der Universität Warwick in England.

Es sei das erste Mal, dass dieses Element in einem Weißen Zwerg gefunden worden sei. Die Astronomen gehen davon aus, dass das Material aus der Asche des Sterns bestehe und nach dessen Tod entstanden sei.

Schwaches Helligkeitssignal entdeckt

Dass das Niob nicht aus dem Stern selbst stammen kann, erklären die Forscher so: Nach der Riesenphase sinken schwere Elemente im Weißen Zwerg rasch ab, an der Oberfläche verbleiben nur leichtere wie Wasserstoff und Helium.

„Wir glauben, dass diese Elemente auf die Oberfläche des Weißen Zwergs gefallen sind, weil dieser sehr heiß ist und große Mengen extremer Ultraviolettstrahlung abgibt, die einem nahen Planeten die Atmosphäre entreißt“, so Williams.

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