August 16, 2026 3:48 p.m. CEST

Bei einem Gang durch die Einkaufsstraßen erklärt Sipeli, dass viele der Läden im Stadtzentrum den Gujaratis gehören. Die Gemeinschaft indischer Händler aus dem westindischen Bundesstaat Gujarat habe das wirtschaftliche Leben hier besonders stark geprägt. Auch kulinarisch hat Fidschi einiges zu bieten. Über die Jahrzehnte hat sich hier eine ganz eigene Küche entwickelt, die traditionelle indische Gewürze mit lokalen Zutaten wie frisch gepresster Kokosmilch, Cassava, Taro-Blättern und fangfrischem Fisch kombiniert. An fast jeder Ecke der Stadt findet sich ein Curryhaus.

Seine Herkunft prägt Sipeli

Sipeli ist in Suva aufgewachsen. Sein Vater war Fidschianer mit Vorfahren aus Tonga, seine Mutter kam von Samoa und hatte schottische Wurzeln. Schon früh, erzählt er, ging es ihr darum, sich von den anderen Inselbewohnern abzuheben. „Wir werden uns nicht so kleiden wie die anderen Samoaner“, soll sie gepredigt haben. „Zieh dich anständig an. Kauf dir vernünftige Kleidung!“ Nach dem Abendessen musste er Bücher lesen und lernen.

„So war das im Empire. Leute, die zur Hälfte Europäer waren, haben auf andere herabgeschaut“, erklärt Sipeli. Mit 17 outete er sich als homosexuell und fand dafür wenig Akzeptanz. Er verließ das Land für einige Jahre. Nach seiner Rückkehr gründete er „The Poetry Shop“, ein Kollektiv für junge Lyriker, und machte sich als Aktivist für LGBTQ+-Rechte einen Namen.

Peter Sipeli: Läuft mit Besuchern durch seine Heimatstadt Suva. (Quelle: Anna-Lena Janzen)

Fidschi kämpft mit einem Drogenproblem

Sipelis Gruppe läuft weiter und lässt sich am belebten Busbahnhof der Stadt nieder, an dem Händler frische Säfte und Roti-Päckchen mit Reis und Lamm anpreisen. Busse in bunten Farben fahren vorbei, vollgepackt mit Menschen; einige winken Sipeli aus den Fenstern, in denen keine Scheiben stecken, zu. „Kostenlose Klimaanlagen in unseren Bussen“, scherzt er.

Rund 35.000 Pendler aus der Umgebung bewegen sich täglich durch die Terminals. Die Luftqualität lasse zwar zu wünschen übrig, aber der Verkehr sei überraschend gut organisiert, erzählt Sipeli, während sein Blick auf eine Gruppe von obdachlosen Menschen an einer Ecke fällt.

Busbahnhof in Suva (Archivbild). (Quelle: imago images)
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