Online-Dating in Europa
Jede zweite Frau bricht den Kontakt ab
14.09.2025 – 09:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine neue Umfrage zeigt: Ghosting, Lügen und Frust sind beim Online-Dating in Europa weit verbreitet. Unterschiede gibt es zwischen Ländern und Geschlechtern.
Erst Herzklopfen, dann die große Liebe – oder doch Frust? Online-Dating scheint ein Glücksspiel zu sein. Wie Menschen in Europa die Suche nach der Liebe im Netz erleben, zeigt nun eine Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov. Befragt wurden 2.651 Menschen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz.
Das Ergebnis: Das erste Date mit einer Online-Bekanntschaft endet nicht immer gleich im Bett. Jede vierte befragte Person aus Österreich (28 Prozent) oder der Schweiz (26 Prozent) hatte am selben Tag noch Geschlechtsverkehr mit dem Date. In Italien war es weniger als jede fünfte (17 Prozent).
Kommt es also häufiger zu Langzeitbeziehungen? Teilweise. In Österreich hat jedes dritte Paar (33 Prozent) über Apps zueinander gefunden. In Italien ist die Erfolgsquote mit 19 Prozent am niedrigsten. Für romantische Begegnungen scheint dagegen Frankreich am besten geeignet zu sein. Dort bewerte der Großteil der Befragten (41 Prozent) seine Dates als besonders schön. Was sich daraus ergeben hat, zeigt die Umfrage hingegen nicht auf.
Dates können aber auch negativ verlaufen: Knapp jeder vierte Befragte in der Schweiz hat schon schlechte Erfahrungen gemacht, in Deutschland und Frankreich ist es jeder Dritte. Wie diese schlechten Erfahrungen aussehen, gibt die Umfrage nicht preis.
Ein weiterer Aspekt beim Dating ist die Ehrlichkeit. Laut Auswertung scheinen die Schweizer in ihren Profilen und Chats besonders aufrichtig zu sein: 72 Prozent zeigen sich nach eigenen Angaben „sehr ehrlich“. Auch in den Nachbarländern legen viele Wert auf eine authentische Selbstdarstellung (64 Prozent). Knapp jeder Sechste in Deutschland und Italien gibt jedoch zu, sein Profil zu beschönigen – in Italien sogar jeder Vierte. Insgesamt neigen Männer eher zu solchen Korrekturen im Profil als Frauen. In der Schweiz verfälschen Männer Angaben wie Alter, Größe oder Hobbys fast fünfmal so häufig wie Frauen, während die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Deutschland (Frauen: 17 Prozent; Männer: 16 Prozent) und Österreich (Frauen: 15 Prozent; Männer: 17 Prozent) geringer ausfallen.
Verbreitet ist das sogenannte Ghosting. Dabei handelt es sich um einen abrupten Kontaktabbruch ohne Erklärung. Etwa 65 Prozent der Befragten haben diese Erfahrung bereits gemacht, 40 Prozent räumen ein, selbst schon einmal jemanden geghostet zu haben. Insgesamt waren sieben von zehn Nutzern schon Opfer dieses Verhaltens. Frauen geben dabei häufiger zu, selbst zu ghosten: In Frankreich berichten 60 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer von eigener Erfahrung, in Deutschland liegt das Verhältnis bei 50 zu 29 Prozent.
Trotz vieler Frusterlebnisse geben die meisten Nutzer nicht auf. Die meisten wollen zwar kein Geld für Premium-Mitgliedschaften oder bessere Sichtbarkeit ausgeben. Doch die Hoffnung auf neue Bekanntschaften oder die große Liebe bleibt.
Für die Umfrage befragte das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Galaxus 2.651 Menschen in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien.
