Juli 21, 2026 4:16 p.m. CEST

Ein lauter Knall, dann strömt Wasser ein

Fähre versinkt im Atlantik – viele Tote


Aktualisiert am 21.07.2026 – 08:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Überlebende werden an Land gebracht: Noch werden dutzende Menschen vermisst. (Quelle: Bishop Juan Edghill/reuters)

Eine alte Fähre fährt über den Atlantik. Gegen 23 Uhr gibt es plötzlich einen lauten Knall. Die Fähre bekommt Schlagseite. Überlebende schildern dramatische Szenen.

Bei einem Schiffsunglück vor der Küste des südamerikanischen Landes Guyana sind mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 83 Menschen gelten als vermisst. Bisher wurden 69 Überlebende gerettet, wie Guyanas Ministerpräsident Mark Phillips sagte.

Das Unglück ereignete sich in der Nacht zum Sonntag gegen 23 Uhr (Ortszeit): Überlebende berichten von einem lauten Knall. Dann sei Wasser in die Fähre eingedrungen, die auf dem Atlantik von der Hauptstadt Georgetown in die abgelegene Gemeinde Port Kaituma unterwegs war. Das kleine Dorf liegt an einem Flusskanal im Inland Guyanas in der ölreichen Region Essequibo nahe der Grenze zu Venezuela.

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Das fast 90 Jahre alte Schiff gab Medienberichten zufolge einen Notruf ab, nachdem es rund acht Stunden seiner 24-stündigen Fahrt hinter sich hatte. Den Augenzeugenberichten zufolge bekam das Schiff Schlagseite und begann zu sinken. Ein Mann berichtete, er und andere hätten sich an allem festgeklammert, was schwimmen konnte, um zu überleben.

Ein Mann bricht weinend zusammen: Präsident Irfaan Ali hatte sich mit Angehörigen der Opfer des Fährunglücks getroffen. (Quelle: Office of the President – Guyana via Facebook/reuters)

Präsident sichert eine gründliche Untersuchung zu

Ein weiterer Überlebender beschrieb, wie er gezwungen war, aus dem sinkenden Schiff zu springen, als die raue See hereinbrach. Er sagte, er habe sich an einer treibenden Gasflasche festgeklammert, um zu überleben. Die ersten Rettungskräfte seien erst Stunden später an der Unglücksstelle eingetroffen.

Die Unglücksursache ist bisher unbekannt. Der Kapitän, der lebend gerettet worden war, wurde laut Behörden positiv auf Cannabis getestet. „Ich versichere der Nation, dass es eine umfassende, gründliche und unabhängige Untersuchung dieser Tragödie geben wird“, sagte Präsident Irfaan Ali in einer Fernsehansprache.

Nach Angaben der Regierung wurde das Boot bei dem Such- und Rettungseinsatz rund 15 Kilometer vor der Küste auf dem Meeresboden gefunden. Es wird vermutet, dass sich mehrere Leichen im Wrack befinden. Die französische Regierung hat 15 Taucher zur Unterstützung bereitgestellt, die sich dem lokalen Taucherteam vor Ort angeschlossen haben und bei den Bergungsarbeiten helfen werden. Weitere Unterstützung wird aus Trinidad und Tobago erwartet.

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