Fifa-Boss schwer in der Kritik
„Hat versagt“: Ex-Uefa-Chef teilt gegen Infantino aus
31.08.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Michel Platini geht Fifa-Boss Gianni Infantino scharf an. In seinen Vorwürfen zieht der Franzose einen besonders brisanten Vorfall von der WM heran.
Der frühere Uefa-Präsident Michel Platini hat Fifa-Chef Gianni Infantino scharf angegriffen. Im „Canal Football Club“ des Senders Canal+ sagte Platini: „Wirtschaftliche Angelegenheiten sind eine Sache. Aber ich denke, Infantino hat versagt, weil er der Garant der Spielregeln ist und sie nicht respektiert hat.“
Als besonders gravierend stufte er den Fall um US-Stürmer Folarin Balogun bei der Weltmeisterschaft ein. „Die Werbeunterbrechungen sind nicht im Reglement vorgesehen, die 30-minütige Halbzeitpause im Finale ist nicht im Reglement vorgesehen, und die Rote Karte ist der schlimmste Fall“, ärgerte sich Platini.
- Bundesliga-Streamingdienst: DAZN holt Nachfolgerin für Laura Wontorra
- Nach Konstantelias‘ Verletzung: BVB denkt wohl über Woltemade-Transfer nach
Balogun war während der WM in den USA, Kanada und Mexiko mit Rot vom Platz gestellt worden. Nach einem Telefonat zwischen Infantino und US-Präsident Donald Trump wurde die Sperre des Angreifers ausgesetzt. Die Fifa-Regularien untersagen jede politische Einmischung ausdrücklich. Infantino sei „der Garant“ der Regeln, so der 71-jährige Platini. Respektiere er sie nicht, müsse er gehen, forderte der Franzose.
Platini über Infantino: „Mag Geld und Macht sehr gerne“
Infantino steht auch wegen seines gescheiterten Plans unter Druck, WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen. Die Uefa bereitet deshalb ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung vor. Platini sagte dazu: „Ich denke, dass das nicht über die sportlichen Instanzen geregelt wird. Ich denke, wenn die Uefa Infantino stürzen will, wird das über die Justiz geschehen.“
Über den Fifa-Chef äußerte sich Platini auch persönlich: „Ich wusste immer, dass er Geld und Macht sehr gerne mag. Das ist ein Mikrokosmos von Leuten, die sich für die Chefs des Fußballs halten, dabei sind die Chefs des Fußballs die Mbappés, Zidanes, Maradonas.“
Die beiden verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Infantino war unter Platinis Führung mehrere Jahre Generalsekretär der Uefa. Als Platini im Zuge des Fifa-Skandals 2015 wegen einer ominösen Millionen-Zahlung gesperrt wurde und nicht als Fifa-Boss kandidieren konnte, übernahm Infantino den Posten. Seit 2016 steht der Schweizer an der Spitze des Weltverbands.
