Ex-Generalinspekteur Naumann
Pistorius‘ freiwilliger Wehrdienst nur „Zwischenschritt“ zur Wehrpflicht
24.07.2026 – 16:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Ex-Generalinspekteur Klaus Naumann hält den freiwilligen Wehrdienst nur für eine Zwischenlösung. Zugleich zweifelt er daran, dass die deutsche Gesellschaft auf den Ernstfall vorbereitet ist.
Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr Klaus Naumann rechnet damit, dass der von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) eingeführte neue Wehrdienst bald von einer allgemeinen Dienstpflicht abgelöst wird. „Die Wehrpflicht kann nicht auf Knopfdruck wieder aktiviert werden“, sagte Naumann zwar im Podcast „Tagesanbruch – die Diskussion“. Insofern sei der „Zwischenschritt“, den Pistorius mit seinem freiwilligen Wehrdienstmodell mache, „möglicherweise richtig“. Doch müsse man sich angesichts der schwachen Resonanz auf den neuen Wehrdienst darauf einstellen, „dass die Diskussion, ob wir wieder eine allgemeine Wehrpflicht brauchen, auf uns zukommen wird.“
Naumann verwies darauf, dass von den 300.000 Fragebögen, die seit Jahresanfang an junge Menschen verschickt worden seien, bislang nur ein kleiner Teil positiv beantwortet worden sei. „Das ist nicht unbedingt ein Zeichen für eine Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen“, sagte der frühere Vorsitzende des Nato-Militärausschusses im Podcast „Tagesanbruch – die Diskussion“.
Die Bundeswehr brauche schnell qualifiziertes Personal. Die frühere Wehrpflicht bezeichnete Naumann dabei als „fantastisches Instrument“, um länger dienende Soldaten zu gewinnen. Deshalb werde sich früher oder später die Frage stellen, ob Deutschland wieder eine verpflichtende Lösung brauche. „Wir müssen dann sicherlich über eine allgemeine Dienstpflicht nachdenken, nicht nur über Wehrpflicht.“
Im Gespräch äußert Naumann zudem grundsätzliche Zweifel daran, ob Deutschland auf einen militärischen Ernstfall vorbereitet ist. Er spricht über den Zustand der Gesellschaft, Fehler beim Umbau der Bundeswehr und die Frage, warum Streitkräfte kampffähig sein müssen, um einen Krieg zu verhindern.
Das vollständige Gespräch mit Klaus Naumann und t-online-Politikchef Christoph Schwennicke hören Sie am Samstag in der neuen Folge von „Tagesanbruch – die Diskussion“.
Die Diskussion am Wochenende mit prominenten Gästen über aktuelle politische Themen gibt es jeden Samstagmorgen im „Tagesanbruch“-Podcast von t-online. Den Podcast können Sie hier auf Spotify, Apple Podcasts oder Pocket Casts abonnieren.
