September 11, 2026 8:39 a.m. CEST

Nach Staatsbesuch des Scheichs

Emirates darf künftig auch am BER landen

11.09.2026 – 07:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Emirates (Archivbild): Künftig darf die Airline den Flughafen BER ansteuern. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Am Flughafen Berlin-Brandenburg gibt es nur wenige internationale Langstreckenflüge. Das könnte sich absehbar ändern.

Die Bundesregierung hat der Fluggesellschaft Emirates zusätzliche Verkehrsrechte für einen fünften deutschen Flughafen eingeräumt. Sie darf künftig auch den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) ansteuern, wie aus einer Mitteilung der Bundesregierung hervorgeht. Die Entscheidung fiel im Zuge des Staatsbesuchs von Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, in Deutschland.

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Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) nannte die Bedingungen: „Die zusätzlichen Flüge der Fluggesellschaft sind dabei auf maximal sieben Flüge pro Woche begrenzt. Gleichzeitig schließen wir ein Flugangebot der Airline zwischen dem fünften Landepunkt und Drittstaaten aus.“ Emirates darf demnach nur zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten fliegen. Bislang war die Airline in Deutschland an vier Flughäfen präsent: Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg.

Seit Jahren Diskussionen über zusätzliche Emirates-Verkehrsrechte

Über zusätzliche Verkehrsrechte für Emirates wird seit Jahren gestritten. Der Berliner Senat hatte wiederholt für mehr Langstreckenflüge am BER geworben. Im Februar hatte sich die Bundesregierung erstmals offen für Start- und Landemöglichkeiten am Hauptstadtflughafen gezeigt. Lufthansa hatte eine weitere Lizenz für den Konkurrenten in Deutschland stets abgelehnt.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte: „Mit täglichen Emirates-Langstreckenflügen von Berlin nach Dubai rücken zwei wachsende Wirtschaftsregionen noch enger zusammen. Damit wird der Hauptstadtflughafen BER international noch besser angebunden.“ Das Brandenburger Verkehrsministerium teilte mit, die Hauptstadtregion könne ihre internationale Anbindung ausbauen und erhalte bessere direkte Zugänge zu einem der weltweit bedeutenden Luftverkehrsdrehkreuze.

Lufthansa und Verdi kritisieren Vereinbarung

Lufthansa widersprach dieser Einschätzung. Eine Sprecherin erklärte: „Die heute vereinbarte Ausweitung von Verkehrsrechten zugunsten der Vereinigten Arabischen Emirate verlagert Wertschöpfung und Arbeitsplätze an den Golf und verstärkt die Wettbewerbsverzerrung weiter. Die angespannte Lage bei den innerdeutschen Strecken, die die Metropolregionen an heimische Drehkreuze anbinden, wird mit dieser Politik weiter belastet.“

Auch die Gewerkschaft Verdi lehnt die Entscheidung ab. Dennis Dacke, Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft der Gewerkschaft, erklärte: „Das ist keine verantwortungsvolle Luftverkehrspolitik, sondern ein fragwürdiger Deal zulasten inländischer Arbeitsplätze, Wertschöpfung und eines Teils unserer kritischen Infrastruktur.“

Emirates wäre mit einer BER-Verbindung nicht die einzige Airline auf der Strecke nach Dubai: Condor plant Flüge ab dem 25. Oktober, Eurowings ab dem 1. November. Nach dpa-Informationen wären am Hub in Dubai dann zahlreiche Umstiege auf Emirates-Flüge zu weiteren Zielen möglich.

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