Oktober 17, 2026 3:34 p.m. CEST

Wortgefecht in Hamburger Kultkneipe

Elke Heidenreich fällt Ina Müller ins Wort – Mieze Katz kontert


17.10.2026 – 14:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Elke Heidenreich (l.) und Ina Müller bei „Inas Nacht“: Eine Frage der Moderatorin löst eine Diskussion übers Gendern aus. (Quelle: ARD/Morris Mac Matzen)

Eine Frage zum Gendern sorgt bei „Inas Nacht“ für eine lebhafte Diskussion. Die Moderatorin versucht zu vermitteln – doch damit ist das Thema nicht erledigt.

Ina Müller hat ihre Frage noch gar nicht zu Ende gestellt, da fällt ihr Elke Heidenreich bereits ins Wort. „Niemals würde ich gendern“, ruft die Schriftstellerin. Bei „Inas Nacht“ in der Kultkneipe „Zum Schellfischposten“ in Hamburg ist damit eine Diskussion eröffnet, die später noch einmal aufflammt.

Eigentlich wollte Müller in der am Donnerstag (15. Oktober) ausgestrahlten ARD-Sendung von ihrem Gast nur wissen, ob sie gendern würde, wenn sie dadurch 110 Jahre alt werden könnte. Doch die 83-Jährige lehnt entschieden ab. Sie bezeichnet das Gendern als „Sprachverhunzung“ und kritisiert geschlechtergerechte Schreibweisen mit Doppelpunkt. Das Publikum reagiert mit Gelächter.

Ina Müller versucht, die Wogen zu glätten

Müller nimmt die deutliche Reaktion mit Humor und versucht zu vermitteln. Schließlich müsse niemand solche Formulierungen verwenden, wenn er das nicht wolle. Sie selbst finde geschlechtergerechte Sprache manchmal durchaus gut, räumt aber ein, dass sie entsprechende Formulierungen häufig vergesse. „Ich krieg es nicht mehr rein“, sagt die 61-Jährige.

Damit scheint die Debatte zunächst beendet. Doch nach dem Musikauftritt der Berliner Band MiA kommt das Thema erneut auf den Tisch. Sängerin Mieze Katz, mit bürgerlichem Namen Maria Mummert, möchte Heidenreichs Aussagen nicht unwidersprochen lassen.

Mieze Katz beim Auftritt mit ihrer Band MiA im Hamburger „Schellfischposten“: Anschließend widerspricht die Sängerin Elke Heidenreich. (Quelle: ARD/Morris Mac Matzen)

Mieze Katz widerspricht Elke Heidenreich

Sie selbst sei kein Sänger, sondern eine Sängerin, erklärt die 47-Jährige. Für ihre Kolleginnen und Kollegen verwende sie die Schreibweise mit Gender-Doppelpunkt. Heidenreich widerspricht: Für sie gebe es Sängerinnen und Sänger, aber keine solche Schreibweise.

Katz lässt sich davon nicht überzeugen. Sprache entwickle sich schließlich weiter. „Das nennt man Wachstum und Wachstum tut weh“, entgegnet sie. Was Heidenreich gerade spüre, sei Wachstumsschmerz. „Das geht vorbei“, fügt die Sängerin hinzu.

Im Publikum gibt es dafür Applaus und zustimmende Rufe. Heidenreich lächelt und winkt ab. Die gesamte Folge ist in der ARD-Mediathek abrufbar. Im Ersten wird sie am Freitag, 23. Oktober, um 23.55 Uhr wiederholt.

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