Fifa-Chef unter Druck
Wer könnte Infantino überhaupt ablösen?
31.07.2026 – 13:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Gianni Infantinos Plan für die Fifa wird scharf kritisiert. Erste Funktionäre fordern seinen Rücktritt. Doch gibt es überhaupt eine Alternative für ihn?
Die Uefa droht mit einem WM-Boykott, Kritik kommt außerdem von den Kontinentalverbänden aus Nord- und Mittelamerika sowie Asien: Gianni Infantinos umstrittener Plan, Anteile an den Fifa-Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen, wird zum Bumerang. Der Fifa-Präsident gerät immer mehr in die Schusslinie. Nicht nur in der internationalen Presse wird sein Rücktritt gefordert.
Auch Funktionäre zählten den Schweizer ungewohnt scharf an. Der Vorstandschef des VfB Stuttgart, Alexander Wehrle, sagte beispielsweise in einem Interview mit Sky/RTL: „Ich hoffe, dass der eine oder andere Kontinentalverband jetzt mal aufwacht, weil er gar keinen mehr mitnimmt. Er nimmt das Fifa Council nicht mal mehr mit, sondern er entscheidet in einer Gutsherrenart, als ob er weltweit alleine entscheiden kann.“
Auch aus anderen Ländern wurde die Kritik lauter. Sowohl die britische als auch die französische Presse sieht Infantino als angezählt an. Zudem hält die norwegische Fußballverbandspräsidentin Lise Klaveness die Glaubwürdigkeit des Schweizers für stark beschädigt. „Mein klarer Eindruck ist, dass er sehr viel Vertrauen verloren hat“, betonte sie.
Infantinos Nachfolger: Uefa-Vertreter haben Favoriten
Am Freitag nahm der Druck weiter zu, als sogar ein wichtiger Vertrauter Infantinos seinen Rücktritt ankündigte. „Als leitender Berater des Fifa-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die Fifa den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“, schrieb Carlos Cordeiro in einem Beitrag auf LinkedIn.
Die Frage ist nur: Wer könnte Gianni Infantino als Fifa-Präsident ersetzen, sollte dieser zurücktreten müssen?
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wünschen sich hochrangige Uefa-Vertreter den Katarer Nasser Al-Khelaifi als Nachfolger von Infantino. Der Präsident von Paris Saint-Germain ist einer der mächtigsten Männer im Fußball, ist Vorsitzender der Organisation European Football Clubs (EFC), einer Vereinigung von mehr als 800 Vereinen, zu denen auch 23 deutsche Klubs zählen. Al-Khelaifi ist zudem Mitglied des Uefa-Exekutivkomitees und Teil des Fifa-Rats.
