August 3, 2026 8:02 p.m. CEST

Kinder im Straßenverkehr

Diese Gefahr übersehen viele Eltern


03.08.2026 – 15:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Sicher fahren heißt mehr als treten: Kinder müssen auf dem Fahrrad zurückschauen, einhändig fahren und Handzeichen geben können. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn)

Viele Kinder wirken auf dem Fahrrad sicherer, als sie sind. Eine Umfrage zeigt, welche Schwäche im Straßenverkehr besonders gefährlich werden kann und wo Eltern jetzt genauer hinschauen sollten.

Fast alle Kinder können Rad fahren. Doch viele sind deshalb noch lange nicht sicher im Straßenverkehr. Eine Umfrage des ADAC zeigt: Viele Kinder beherrschen genau die Techniken nicht sicher, die sie beim Abbiegen brauchen – Schulterblick, einhändiges Fahren und Handzeichen.

Vier von zehn beherrschen wichtige Techniken nicht sicher

Laut Umfrage können 96 Prozent der Kinder Rad fahren. Für den Schulweg reicht das aber nicht. Im Verkehr müssen Kinder mehr können: zurückschauen, einhändig fahren, Handzeichen geben und zugleich das Gleichgewicht halten.

Genau daran hapert es bei vielen. Nach Angaben ihrer Eltern beherrschen 38 Prozent der Sieben- bis Neunjährigen diese Techniken noch nicht sicher. Auch bei älteren Kindern bleiben Lücken. Viele Zehn- bis Zwölfjährige haben zwar die schulische Radfahrausbildung abgeschlossen. Trotzdem fehlen auch in dieser Altersgruppe noch wichtige Techniken.

Üben für den Schulweg: In der Radfahrausbildung lernen Kinder Schulterblick, Handzeichen und sicheres Abbiegen. (Quelle: IMAGO/TOBIAS STEINMAURER)

Radfahren bedeutet Selbstständigkeit

Auch Lehrkräfte sehen diese Probleme. In einer früheren Befragung des ADAC berichteten sie von Unaufmerksamkeit und falschen Reaktionen vieler Kinder im Straßenverkehr.

Dabei ist eine gute Radfahrausbildung nicht nur wichtig für die Sicherheit, betont Christina Tillmann, Vorständin der ADAC-Stiftung. „Radfahren ist für Kinder mehr als Fortbewegung. Es ist ein Stück Selbstständigkeit.“ Kinder bräuchten Übung und Vorbilder, zuerst bei den eigenen Eltern. Die Ferien seien dafür eine gute Gelegenheit.

Besonders riskant ist der Schulweg

Die Unfallzahlen zeigen, wie gefährlich der Schulweg sein kann. So wurden im Jahr 2025 in Deutschland rund 29.200 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt – statistisch gesehen alle 18 Minuten eines. Laut Statistischem Bundesamt verunglücken ältere Kinder besonders häufig werktags zwischen 7 und 8 Uhr, also vor Schulbeginn.

Der ADAC rät Eltern deshalb, die Ferien zum Üben zu nutzen. Anfahren, Abbiegen, Zurückschauen und das Geben von Handzeichen sollten zum Schulstart klappen.

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