August 14, 2026 4:11 p.m. CEST

Überraschende Zahlen

„Rente mit 63“: Diese Menschen nehmen sie in Anspruch


Aktualisiert am 14.08.2026 – 13:54 UhrLesedauer: 3 Min.

Wochenmarkt - Lebensmittelpreise

Jemand gibt einer anderen Person einen Geldschein (Symbolbild): Die Rentenkommission hat empfohlen, die „Rente mit 63“ abzuschaffen. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-bilder)

Wird die „Rente mit 63“ abgeschafft? Darum ringt derzeit die Politik. Neue Zahlen geben nun Aufschluss, wer von dieser Rente profitiert.

Eigentlich, so sieht es der Plan der Regierung vor, soll die sogenannte Rente mit 63 abgeschafft werden. Doch dagegen regt sich immer größerer Widerstand: in der SPD bereits kurz nach Vorstellung der Pläne; nun rumort es auch in der Union, nachdem sich drei CDU-Ministerpräsidenten in einem offenen Brief gegen eine Abschaffung ausgesprochen haben.

Sven Schulze aus Sachsen-Anhalt, Mario Voigt aus Thüringen und Michael Kretschmer aus Sachsen verwiesen dabei darauf, dass besonders die Ostdeutschen von der Altersrente für besonders langjährig Versicherte, wie sie offiziell heißt, profitierten. Die Befürworter der Abschaffung verweisen hingegen darauf, dass die Rente ihr Ziel verfehlt habe, weil sie vor allem von denjenigen genutzt wird, die es sich leisten können, auf die letzten zwei Beitragsjahre zu verzichten. Und das, so wird argumentiert, seien eben oft nicht die, die körperlich besonders hart arbeiten.

Was ist die „Rente mit 63“ überhaupt?

Die „Rente mit 63“ heißt offiziell Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Es handelt sich um eine abschlagsfreie, vorgezogene Altersrente.
Voraussetzung für den Bezug sind nicht nur mindestens 45 Beitragsjahre, sondern auch das Erreichen eines bestimmten Alters. Dieses lag bei ihrer Einführung bei 63 Jahren, daher der umgangssprachliche Name „Rente mit 63“. Inzwischen liegt die Altersgrenze aber höher und wird schrittweise weiter angehoben. Wer 1964 oder später geboren wurde, kann die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren frühestens mit 65 Jahren antreten. Mehr zur „Rente mit 63“ und zu ihrer „Schwester“, der Frührente mit Abschlägen nach 35 Beitragsjahren, lesen Sie hier.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sagte vergangene Woche im ZDF-Morgenmagazin etwa, die Rente würde vor allem von besserverdienenden Männern genutzt, während Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien nichts davon hätten.

Frauenanteil steigt

Zahlen, die das Arbeitsministerium nun auf Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag veröffentlicht hat, zeigen, wie viele Menschen die Altersrente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen und was über sie in den Daten der Deutschen Rentenversicherung bekannt ist. So nahmen 2025 rund 262.000 Menschen die abschlagsfreie Rente in Anspruch. Die Zahl schwankt von Jahr zu Jahr, von 2015 bis 2025 lag sie zwischen rund 225.000 und 279.000.

Was hingegen recht stabil bleibt, ist die Verteilung zwischen Männern und Frauen. So liegt der Männeranteil zwischen 54 und 59 Prozent, tendenziell hat er über die Jahre abgenommen, wie die folgende Grafik zeigt:

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Die nächste Tabelle zeigt die Höhe der durchschnittlichen Rentenzahlungen an diejenigen, die früher abschlagsfrei in Rente gegangen sind. Es zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen den Beträgen, die Männer und Frauen erhalten:

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