August 19, 2026 7:26 p.m. CEST

Cold-Case-Ermittlerin

Diese Frau jagt Kölns Mörder – auch Jahrzehnte nach der Tat


Aktualisiert am 19.08.2026 – 18:00 UhrLesedauer: 5 Min.

Melanie Düppen neben einem Plakat zum Fall von Seckin Caglar: Die 16-Jährige wurde 1991 ermordet.

Melanie Düppen neben einem Plakat zum Fall von Seckin Caglar: Die 16-Jährige wurde 1991 ermordet. (Quelle: Florian Eßer)

Wenn Tötungsdelikte nicht geklärt werden können, werden sie eines Tages zu sogenannten Cold Cases. Bei der Kölner Polizei leitet Melanie Düppen die Ermittlungen in diesen Fällen.

In Köln klärt die Polizei die meisten Tötungsdelikte zeitnah auf. Im Jahr 2025 gab es in der Stadt 13 Morde, in allen Fällen konnten die Täter ermittelt werden. Bei Totschlag – 15 Fälle an der Zahl – lag die Aufklärungsquote bei 93,33 Prozent. Jedoch bleiben einige Fälle unaufgeklärt, diese landen früher oder später auf dem Tisch von Melanie Düppen.

Die Kriminalhauptkommissarin ist die neue Leiterin der Ermittlungsgruppe (EG) „Cold Case“ bei der Kölner Polizei. Düppen folgt in dem Amt auf Markus Weber. Die EG ist für lange zurückliegende schwere Delikte zuständig, in denen bisher kein Täter ermittelt werden konnte.

Wie Düppen im Gespräch mit der Kölner Lokalredaktion von t-online sagt, gibt es in Köln rund 180 dieser Fälle, die teilweise bis in die frühen 1970er-Jahre zurückgehen. Darunter sind neben ungeklärten Tötungsdelikten auch Fälle von Langzeitvermissten, bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese zum Opfer eines Gewaltverbrechens wurden – „ohne dass man je eine Leiche gefunden hat“, so Düppen.

Melanie Düppen: Angehörige wollen wissen, was passiert ist

In anderen Fällen hat man zwar eine Leiche, weiß aber nicht, um wen es sich bei dem oder der Toten handelt. Wie im Fall der Moorleiche aus dem Worringer Bruch. Der skelettierte Frauenkörper wurde am 14. Oktober 2001 von einem Pilzsammler gefunden, bis heute ist die Identität der Frau jedoch nicht geklärt. Auch in solchen Fällen ermittelt die EG „Cold Case“.

Eine Gesichtsrekonstruktion der Moorleiche aus dem Worringer Bruch (Archivbild): Die Identität der Toten ist bis heute nicht geklärt. (Quelle: Polizei Köln)

Zu den Aufgaben der Ermittler gehört es, die alten Fälle neu aufzurollen, neuen Spuren nachzugehen und noch einmal auf die Suche nach möglichen Zeugen zu gehen. Für Melanie Düppen ist diese Arbeit essenziell. „Die Angehörigen etwa haben ein sehr großes Interesse daran, dass diese Fälle geklärt werden und zu erfahren, was passiert ist“, schildert die Ermittlerin ihre Motivation, die alten Fälle wieder hervorzuholen. „Dann gibt es auch den Strafanspruch des Staates. Das heißt: Wir haben Strafgesetze und wenn Menschen dagegen verstoßen, sieht der Rechtsstaat eine entsprechende Sanktionierung vor.“

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