August 18, 2026 3:09 p.m. CEST

Rund 1.700 Ehepaare befragt

Diese einfache Maßnahme könnte die Partnerschaft verbessern


18.08.2026 – 13:14 UhrLesedauer: 3 Min.

Paar beim Spaziergang (Symbolbild): Ein beliebtes Hobby vieler Paare ist nicht nur gesund, sondern könnte auch ihrer Beziehung guttun. (Quelle: shapecharge/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Eine Studie zeigt: Eheleute, die in ihrer Freizeit einer bestimmten Aktivität nachgehen, kommunizieren besser und streiten konstruktiver. Was heißt das für Paare?

Bewegung ist gesund, sowohl körperlich als auch psychisch. Das ist gut belegt und lange bekannt – allerdings für einzelne Personen. Ob auch Beziehungen von körperlicher Aktivität profitieren, ist weniger gewiss. Eine US-Studie mit 1.693 jungen Ehepaaren legt nun nahe: In Partnerschaften, in denen regelmäßig Sport getrieben wird, läuft die Kommunikation besser und es gibt weniger Konflikte. Möglicherweise ist vor allem gemeinsame Ertüchtigung zuträglich.

Daten von rund 1.700 Paaren analysiert

Für die Untersuchung griffen Forscher auf Angaben von knapp 1.700 jungen Ehepaaren zurück. Sie alle waren im Rahmen der landesweit repräsentativen Langzeitstudie „Couple Relationships and Transition Experiences“ (CREATE) zu verschiedenen Aspekten ihres Ehe- und Alltagslebens befragt worden. Mit dieser Studie begleitet die Brigham Young University frisch verheiratete Paare in den USA seit mehr als zehn Jahren.

Für die aktuelle Untersuchung wertete das Forschungsteam insbesondere Auskünfte der Paare zu ihren Sportgewohnheiten aus. Außerdem wollten die Forscher wissen: Wie gut kommunizieren die Eheleute miteinander? Wie lösen sie Konflikte? Wie stark sehen sie ihre Partnerschaft durch Streit belastet?

  • So pflegen Sie Ihre Freundschaften: Fünf praktische Tipps
  • Es ändert sich im Alter: Wie viele wirklich gute Freunde hat ein Mensch?

Womöglich ist Sport gut für die Partnerschaft

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Regelmäßige Bewegung war mit besserer Kommunikation, konstruktiverer Konfliktlösung und weniger Streits verbunden. Bei Paaren, die sich zusammen körperlich betätigten, zeigte sich dieser Zusammenhang noch stärker als beim Training allein.

Da der Unterschied statistisch nicht eindeutig war, lässt sich nicht sicher sagen, ob gemeinsame Aktivitäten der Beziehung wirklich mehr bringen als Sport allein. Auffällig war jedoch: Gemeinsamer Sport hing durchweg stärker mit besseren „Beziehungswerten“ in allen drei untersuchten Bereichen zusammen: also guter Kommunikation, besserer Konfliktlösung und weniger Streit. Und dieses Muster zeigte sich bei Männern wie bei Frauen.

Jeremy Yorgason, Ehe- und Familienforscher und einer der Studienautoren, kommentiert in einer Pressemitteilung: „Der Effekt ist zwar nicht unbedingt groß, aber er zeigt sich sehr konsistent. Das gibt mir Vertrauen darin, dass gemeinsamer Sport Beziehungen auf eine bedeutsame Weise beeinflusst.“

Dieses Bild ergibt sich auch, wenn man ältere Ergebnisse aus der Paarforschung in den Blick nimmt. Dass gemeinsame Bewegung mit einer besseren Beziehung zusammenhängen kann, zeigte sich unter anderem in einer Studie, die Jeremy Yorgason gemeinsam mit Kollegen 2018 publizierte. Das Team hatte dafür 191 ältere Ehepaare zwei Wochen lang durch ihren Alltag begleitet. Das Ergebnis: An Tagen, an denen die Partner gemeinsam Sport trieben, berichteten sie häufiger von positiven und seltener von negativen Erlebnissen in ihrer Ehe.

Was bedeutet das für Paare?

Der aktuellen Studie und vielen älteren Untersuchungen zu diesem Thema ist eine Schwäche gemein. Sie können nicht zweifelsfrei beweisen, dass gemeinsame Bewegung tatsächlich der Grund für die gesündere Beziehung ist. Denkbar wäre auch die umgekehrte Logik. Paare mit einer ohnehin guten Beziehung könnten schlicht häufiger gemeinsam aktiv sein.

Aktie.
Die mobile Version verlassen