Urlaub und Kultur
Die schönsten Kirchen und Klöster am Gardasee
29.09.2025 – 10:00 UhrLesedauer: 4 Min.
Der Gardasee ist vor allem als Urlaubsort bekannt. Doch er dient auch als wunderschöne Kulisse für viele Klöster und Kirchenbauten.
Neben den Stadtrepubliken Norditaliens spielten auch Klöster über Jahrhunderte eine gewichtige Rolle im politischen und religiösen Spannungsfeld zwischen Vatikan und Heiligem Römischen Reich. Diese Bedeutung ist bei einem Besuch dieser Orte auch heute noch zu erahnen.
In der Gemeinde Gargnano am Westufer wurde 1289 im Auftrag von Franz von Assisi eine Kirche errichtet. Diese wurde zur Keimzelle des Franziskanerklosters San Francesco, das zu den ältesten der Region zählt. Neben dem quadratischen Säulengang, der als Kreuzgang fungiert und einen kleinen Hof umschließt, beheimatet das Kloster einige Reliquien aus römischer Zeit. Zudem findet sich hier das erste Wappen der Gemeinde Gargnano.
Die Kirche San Francesco überrascht den Besucher im Inneren durch die kunstvolle Gestaltung der beiden Künstler Giovanni Andrea Bertanza und Andrea Celest, welche einen Kontrast zum unscheinbaren Äußeren des Gebäudes bildet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Abtei aufgelöst. Der Gebäudekomplex besitzt seit 1912 den Status eines Nationaldenkmals.
Am Stadtrand von Arco im Norden des Gardasees befindet sich das Servitenkloster Santa Maria. Die venezianische Schriftstellerin Maria Arcangela Biondini gründete das Kloster im Jahr 1689 mit Unterstützung der Habsburger.
Das ursprüngliche Frauenkloster wurde später durch ein Männerkloster ergänzt und erfüllt auch heute noch seine religiöse Funktion. Daneben bietet es Laien die Möglichkeit, gegen eine freiwillige Spende zeitweise den Alltag im Kloster selbst zu erleben, was auch eine entsprechende Unterbringung beinhaltet.
Auch das in Castelletto di Brenzone befindliche Kloster Istituto Piccole Suore della Sacra Famiglia ist bis in die heutige Zeit aktiv und zählt zu den größten Klöstern der Region. Es liegt am Gargnano direkt gegenüber dem Ostufer des Gardasees und bietet Führungen durch die freundlichen Ordensschwestern.
Auf dem Monte San Giorgio oberhalb von Bardolino gründete eine Gruppe von Kamaldulensern 1663 das nach dem Berg benannte Kloster. Im Jahr 1704 fertiggestellt, erlebte es ab 1810 mit der Besetzung durch napoleonische Truppen eine wechselhafte Geschichte. In der Folge nutzten Bauern die Gebäude, bis sie 1885 durch Mönche wieder ihrer ursprünglichen Funktion zugeführt wurden.
Heute bietet die Gemeinschaft der Glaubensbrüder auch Gästen zeitweise den Aufenthalt im Kloster inklusive Schlafplätzen und Teilnahme an Messen an. Die innere Einkehr wird nicht zuletzt durch eine wunderbare Aussicht über die gesamte Umgebung gefördert.
