Oktober 25, 2026 9:36 a.m. CET

Aufrüstung gegen Russland

Bundeswehr will ukrainische 1.000-Kilometer-Drohnen


25.10.2026 – 08:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Brennende Ölraffinerie in Russland (Symbolbild): Bei solchen Angriffen setzt die Ukraine auch Langstreckendrohnen vom Typ Bars ein. (Quelle: Uncredited/Russian Emergency Ministry Press Service/AP/dpa/dpa)

Deutschland könnte bald ukrainische Langstreckenwaffen für die Bundeswehr kaufen. Ein Regierungsvertreter bestätigt entsprechende Gespräche mit Kiew.

Deutschland hat mit der Ukraine Verhandlungen über den Kauf weitreichender Kampfdrohnen aufgenommen. Dabei geht es um das ukrainische Waffensystem Bars, das Ziele in bis zu 1.000 Kilometern Entfernung treffen kann. Das bestätigte ein deutscher Regierungsvertreter dem ukrainischen Nachrichtenportal „Kyiv Independent“. Zuvor hatte Bloomberg über die Pläne berichtet.

Die strahlgetriebenen Drohnen mit Sprengkopf können nach Herstellerangaben Ziele in bis zu 1.000 Kilometern Entfernung erreichen. Dabei erreichen sie demnach Geschwindigkeiten von bis zu 700 Kilometern pro Stunde. Die Ukraine setzt sie bereits im Krieg gegen Russland ein, unter anderem bei Angriffen auf Ölraffinerien und Energieanlagen. Der Hersteller wird aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich genannt.

Bundeswehr will Langstreckenwaffen beschaffen

Deutschland und die Ukraine hatten bereits im Juli eine Vereinbarung zur gemeinsamen Produktion der Bars-Drohnen unterzeichnet. Die zunächst in Deutschland gefertigten Waffen sollen vollständig an die ukrainischen Streitkräfte geliefert werden.

Nun könnte auch die Bundeswehr die Drohnen erhalten. Hintergrund sind Pläne, die deutschen Streitkräfte mit kostengünstigen Langstreckenwaffen auszustatten. Heeresinspekteur Christian Freuding hatte Anfang Oktober erklärt, dass zwei entsprechende Waffensysteme geprüft würden. Die Waffen sollen vor allem der Abschreckung Russlands dienen: Im Ernstfall könnte die Bundeswehr damit militärische Ziele weit hinter der Front angreifen und dessen Luftabwehr durch den Einsatz vieler Flugkörper gleichzeitig überfordern. Das Fachportal „hartpunkt“ nannte damals bereits Bars als möglichen Kandidaten.

Ein Kaufvertrag ist bislang jedoch noch nicht bekannt. Unklar ist auch, wie hoch die Stückzahl sein und wie viel der Kauf kosten soll.

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