Geschichte des Hauptbahnhofs
Das steckt hinter dem „Hannover System“
11.10.2026 – 08:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Hauptbahnhof Hannover ist Vorbild für viele Bahnhöfe weltweit. Denn er bediente sich einst eines Kniffs.
Die Bahnhofsgeschichte Hannovers beginnt am 22. Oktober 1843. Damals fuhr der erste Zug im Steinthorfeld ab. Die Stadt hatte dort einen provisorischen Bahnhof in einfacher Holzbauweise errichtet. Doch seitdem hat sich viel verändert.
1845 bis 1847 wurde das erste massive Bahnhofsgebäude gebaut. Es war als Durchgangsbahnhof angelegt, was zu dieser eher ungewöhnlich für eine große Stadt war. Architekt, Stadtplaner und Bauingenieur Baumeister Georg Ludwig Friedrich Laves ließ vor dem Bahnhof einen repräsentativen Vorplatz gestalten, den Ernst-August-Platz. Mehrere Straßen aus unterschiedlichen Richtungen mündeten dort.
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Die Bahngleise zerschnitten die Stadt: Eine Lösung musste her
Die Stadt wuchs und mit ihr das Verkehrsaufkommen. So entstand ein Problem: Die auf Straßenniveau angelegten Gleise behinderten die Stadtentwicklung. Sie zerteilten die Stadt, beeinträchtigten den dortigen Verkehr. Aber eine Lösung war schnell gefunden: ein größerer Bahnhof mit hochgelegten Gleisen und Bahnsteigen. Es wurde in der Folge ein viereinhalb Meter hoher Damm errichtet, der sich durch die ganze Stadt zog. Acht Kilometer Gleisanlagen wurden darauf verlegt, sodass Kutschen unter den Gleisen hindurchfahren konnten.
Die hochgelegten Gleise und Bahnsteige wurden später als „Hannover System“ beziehungsweise „Hanover-System“ bekannt. In zahlreichen Städten orientierte man sich daran – es war etwa Vorbild für die Berliner Stadtbahn und soll auch Bahnstrecken in New York inspiriert haben.
In Hannover wurde auch das Bahnhofsgebäude an die hohen Gleise angepasst. Architekt Hubert Stier entwarf ein Gebäude im Stil der Neorenaissance. Das symmetrische Bauwerk mit einer Haupthalle und zwei Flügeln, die jeweils durch ein Eckgebäude abgeschlossen waren, wurde 1879 in Betrieb genommen. Der Zugang zu den Bahnsteigen war damals über drei Tunnel möglich. Zwei weitere Tunnel gab es für den Gepäck- und Postverkehr.
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