Kurt Krömer schließt AfD-Wähler aus
Leser streiten über „Schweinegesichter“-Aussage
Aktualisiert am 15.10.2026 – 15:57 UhrLesedauer: 3 Min.
Kurt Krömer will AfD-Wähler von seinen Lesungen ausschließen. Seine drastische Wortwahl führt zu einer Strafanzeige und irritiert in der Debatte nun auch jene, die seine Haltung teilen.
In einem Instagram-Video kündigte Komiker Kurt Krömer an, AfD-Wählern keine Tickets für seine Lesetour verkaufen zu wollen. Konkret sagte er: „Ich wollte mich an dieser Stelle auch noch mal an unsere geistig abgehängten Freunde von der AfD richten.“ Und weiter: „Keine Tickets für AfD-Wähler, ja? Euer Geld möchte ich nicht, das stinkt – genauso wie ihr. Außerdem habe ich keine Lust, auf der Bühne zu stehen und in irgendwelche Schweinegesichter zu gucken.“
Der AfD-Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch hat aufgrund der Formulierung Strafanzeige gegen Kurt Krömer gestellt und wirft ihm Volksverhetzung und Beleidigung vor. Zudem startete er eine Onlinepetition, in der er das ZDF auffordert, die Zusammenarbeit mit Kurt Krömer zu beenden.
Wir wollten wissen, was t-online-Leser von diesen Aussagen und dem Ausschluss von AfD-Wählern von der Veranstaltung halten. Die Abstimmung und die Diskussion zeigen eine starke Polarisierung. Während 50 Prozent der mehr als Tausend Teilnehmer (Stand 15 Uhr) den Ausschluss von AfD-Wählern als „gut“ befinden, halten 48 Prozent mit „schlecht“ dagegen, zwei Prozent sind unsicher. In den Kommentaren verurteilen viele Leser vor allem die harschen Formulierungen.
„Es ist immer gut, Flagge zu zeigen“
Personen, die den Ausschluss gutheißen, berufen sich häufig auf Krömers Recht, über das Publikum seiner Veranstaltung zu bestimmen. Horst Hilpert schreibt knapp: „Krömer hat als Veranstalter das Hausrecht! Er kann daher bestimmen, wem er Einlass gewährt und wem nicht!“ Gandolf Kirchbaum meint, der Besuch der Veranstaltungen durch AfD-Wähler sei ohnehin unwahrscheinlich.
Die politische Positionierung Krömers gegen die AfD unterstützen viele Leser. Gert Müschlich schreibt: „Es ist immer gut, Flagge zu zeigen.“ Vor allem prominente Personen sollten ihren Einfluss nutzen. Reiner Häckler sieht Krömers Aussagen durch die Kunstfreiheit gedeckt, Andreas Klein teilt diese Meinung: „Sicherlich ist dieser Kommentar etwas geschmacklos. Allerdings muss in der Satire auch so etwas erlaubt sein.“
Kurt Schultze befürwortet Krömers Vorgehen als Vorhalten des Spiegels: „Die AfD stellt jeden Tag Menschen wegen ihrer Herkunft in ein Licht, welches Ressentiments fördert und legt es damit darauf an, die Gesellschaft zu spalten.“ Genau diesen Punkt kritisiert hingegen Holde Pahl – mit einer Formulierung wie „Schweinegesichter“ begebe sich Krömer auf das Niveau der AfD. Lothar Knebel stimmt dem zu: „Wenn er, statt diesem Wort, “Extremisten“ gesagt hätte, würde ich Beifall klatschen.”
Beleidigung stößt auch AfD-Gegnern auf
Der Großteil der Leser verurteilt die pauschale Beleidigung von AfD-Wählern. Stefan Hösch findet, man müsse in der Kritik zwischen AfD-Politikern und den Wählern der Partei unterscheiden. Rudolf Döbelin ist der Meinung, dieser Umgang bestätige nur Vorurteile: „Wer die AfD schwächen will, sollte ihre Wähler überzeugen, nicht beschimpfen.“ Hermann Schuermann stimmt dem zu: „Man kann diese Menschen nicht ausgrenzen, auch wenn ich kein Verständnis für ihre Wahlentscheidung habe.“
