Habeck-Comeback
In Köln hält er sich ein Hintertürchen offen
03.10.2026 – 17:42 UhrLesedauer: 3 Min.

Bei der „Lit.Cologne Spezial“ sorgt der frühere Grünen-Star Robert Habeck um die Zukunft der Arktis, aber auch um die der Demokratie.
Volles Haus im Theater am Tanzbrunnen beim Auftakt der „Lit.Cologne Spezial“: Der frühere Vizekanzler und Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hat dort am Samstagnachmittag bei zwei ausverkauften Veranstaltungen sein neues Buch „Arctic Meltdown – Die Neuvermessung der Welt“ vorgestellt – und zugleich klargemacht, wie sehr er immer noch mit dem politischen Betrieb in Berlin doch hadert.
Im Gespräch mit dem „Hart aber Fair“-Moderator Luis Klamroth sprach der 57-Jährige über die geopolitische Bedeutung der Arktis, die er in seinem Anfang Oktober erschienen Buch analysiert.
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Habeck beklagt Europas mangelnden strategischen Weitblick
Habecks These dabei: Im Zuge des Klimawandels wird das Interesse aller Staaten an den Schätzen der Arktis zunehmen – und der nächste große Konflikt womöglich dort entstehen, sich dann aber auch auf die anderen Länder der Welt ausbreiten. Dafür brauche man in Europa eine geeignete, langfristige Strategie. Doch am Entwickeln von langfristigen Strategien, die über den nächsten Wahltag hinaus reichen, würden sich die kriselnden Demokratien des Westens schwertun, so Habeck weiter.
Der frühere Bundeswirtschaftsminister und Vize-Kanzler machte im Gespräch mit Klamroth deutlich, warum ihn eine Rückkehr ins politische Berlin, über die zuletzt spekuliert worden war, so abschreckt: „Sobald du irgendein Amt hast, bist du verantwortlich für alles und jedes.“
Dass es Oppositionsparteien dagegen bei den Wählern oft leichter hätten, weil sie keine politischen Richtungsentscheidungen für das Land treffen müssten, nannte Habeck „bescheuert.“ Denn: „Warum sollte es nicht denklogisch möglich sein, dass Leute auch in Verantwortung für unangenehme Entscheidungen belohnt werden?“
Habeck war in seiner Zeit als Bundeswirtschaftsminister mit den gravierenden wirtschaftlichen Folgen des Ukrainekriegs in Deutschland konfrontiert – daraufhin verloren er und die Grünen deutlich an Popularität im Land. Nach seiner Niederlage als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl 2025 zog er sich aus der Spitzenpolitik zurück, arbeitete in Dänemark als Professor und schrieb nebenbei an seinem neuen Buch über die geopolitische Bedeutung der Arktis.
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Zuletzt hatte es aber Spekulationen um ein politisches Comeback Habecks gegeben. Dem trat der frühere Spitzengrüne im Gespräch mit Klamroth entgegen – zumindest zum Teil.
