Opus, Sol und Luna
Neue KI-Modelle von Anthropic und OpenAI
23.09.2026 – 12:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Am selben Tag bringen Anthropic und OpenAI neue KI-Modelle heraus. Claude Opus 5.5 soll das Topmodell von OpenAI in Tests meist schlagen.
Anthropic hat sein neues KI-Modell Claude Opus 5.5 veröffentlicht. Nach Angaben des US-Unternehmens erreicht es bei den meisten Aufgaben das Niveau des leistungsstärkeren Modells Fable 5.1. Am selben Tag stellte der Konkurrent OpenAI die Modelle GPT-6 Sol und GPT-6 Luna vor, die weniger Fehler machen und günstiger sein sollen.
Opus 5.5 erscheint rund zwei Monate nach dem Vorgänger Opus 5. Laut Anthropic übertrifft es das OpenAI-Spitzenmodell GPT-6 Astra, das Anfang September erschienen ist, in vier von sechs Vergleichstests, etwa beim Programmieren und bei Büroaufgaben. In zwei Tests zu Arbeitsabläufen in Unternehmen und zu wissenschaftlicher Forschung lag das OpenAI-Modell vorn. Zudem soll Opus 5.5 Antworten um mehr als 30 Prozent schneller erzeugen als Opus 5. Die kleineren Modelle Sonnet 5.5 und Haiku 5.5 sollen in den kommenden Wochen folgen.
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Wer Claude in den Bezahltarifen Pro, Max oder Team nutzt, kann das Modell künftig häufiger einsetzen. Anthropic erhöht die Nutzungsgrenzen, die jeweils für fünf Stunden gelten. Für Unternehmen, die das Modell in eigene Anwendungen einbinden, soll der Betrieb bei typischen Aufgaben rund 40 Prozent günstiger sein als mit Opus 5.
Zusätzliche Schutzmechanismen
Weil Opus 5.5 bei den Themen Cybersicherheit und Biologie besonders leistungsfähig sei, hat Anthropic zusätzliche Schutzmechanismen eingebaut. Die meisten Anfragen zu Cybersicherheit beantwortet das ältere Modell Opus 4.8, um Missbrauch zu verhindern – als kritisch markierte Anfragen zu Biologie übernimmt Opus 5.
In Anthropics eigenem Verhaltenstest schnitt Opus 5.5 bei nahezu allen Messwerten besser ab als bisherige Claude-Modelle. Das Unternehmen räumt jedoch ein, dass das Modell häufig vermute, getestet zu werden.
Ende Juli hatte Anthropic öffentlich gemacht, dass drei Claude-Modelle bei Sicherheitstests in die Systeme realer Organisationen eingedrungen waren. Laut Anthropic zeigt Opus 5.5 gerade bei den Verhaltensweisen Verbesserungen, die dazu beigetragen hatten.
OpenAI verspricht weniger Fehler
OpenAIs Spitzenmodell Astra wird ab sofort durch neue Varianten von Sol und Luna ergänzt. Sol ist laut OpenAI für komplexe Aufgaben wie Programmieren und Datenanalyse gedacht, Luna für einfachere Aufgaben wie das Zusammenfassen von Dokumenten. In einem internen Test macht GPT-6 Sol nach Angaben von OpenAI etwa halb so viele sachliche Fehler wie sein Vorgänger.
In ChatGPT stehen Sol und Luna zunächst nur im Bereich ChatGPT Work und im Programmierwerkzeug Codex zur Verfügung, und zwar in den Bezahltarifen Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu. Nutzer der kostenlosen Version und des Tarifs Go erhalten Zugang zu Luna über die Desktop-App. Im regulären Chat sind die Modelle bislang nicht verfügbar, OpenAI schaltet sie schrittweise frei. Für Entwickler halbiert OpenAI die Preise im Vergleich zu den Vorgängermodellen.
Das Analyseunternehmen Artificial Analysis kommt laut einem Bericht von „The Decoder“ zu dem Ergebnis, dass die neuen OpenAI-Modelle die Kosten pro Aufgabe gegenüber den Vorgängern halbieren, bei der Leistung aber etwa auf deren Niveau bleiben. In einem Test zu Wissensarbeit schnitten beide Modelle schlechter ab als ihre Vorgänger.
