September 15, 2026 9:14 a.m. CEST

Der chinesische Autobauer Xpeng will in Deutschland in diesem Jahr 10.000 Fahrzeuge verkauft haben. Im Interview spricht der Zentraleuropachef über Zölle, Qualität und den eigenen Anspruch.

Die chinesischen Autohersteller drängen mit Macht nach Deutschland. Doch während einige mit Kampfpreisen und hohen Rabatten um Marktanteile ringen, will Xpeng einen anderen Weg einschlagen.

Noch ist Xpeng hierzulande ein vergleichsweise kleiner Anbieter, doch die Marke wächst schnell. 2025 wurden knapp 3.000 Fahrzeuge neu zugelassen, für 2026 hat sich das Unternehmen 8.000 vorgenommen. Nach 5.773 Zulassungen bis Ende August scheint dieses Ziel inzwischen erreichbar zu sein. Wie die Marke wachsen will und wohin sich die Modellpalette entwickelt, darüber hat t-online mit Xpeng-Zentraleuropachef Markus Schrick gesprochen.

Das ist Xpeng

Xpeng ist ein 2014 gegründeter chinesischer Elektroautohersteller. Das Unternehmen entwickelt neben Fahrzeugen auch Software und Elektronikarchitekturen. Volkswagen ist seit 2023 an Xpeng beteiligt und arbeitet mit dem Hersteller bei Elektroautos und Fahrzeugtechnik für den chinesischen Markt zusammen. Aus der Kooperation stammt unter anderem der VW ID. Unyx 08.

t-online: Herr Schrick, Sie haben Xpeng einmal als den „deutschesten aller chinesischen Autohersteller“ bezeichnet. Was soll das heißen?

Markus Schrick: Das ist unser Anspruch, so wollen wir sein. Wir können dorthin kommen, wenn wir beispielsweise eine hohe Zuverlässigkeit bieten und realistische Ansprüche und Ziele kommunizieren. Wir wollen deutsche Kunden mit ihren Werten, Einstellungen und Wünschen so direkt wie möglich ansprechen. Wenn Sie so wollen, wir bemühen uns um den „deutschen“ Ansatz.

Was bedeutet das konkret?

Zum Beispiel Zuverlässigkeit beim Service und bei der Teileversorgung. Gute Produkte haben viele Hersteller. Einige neue Automarken hatten aber Schwierigkeiten, ein funktionierendes Service- und Teilesystem aufzubauen. Darauf haben wir von Anfang an viel Wert gelegt. 2025 hatten wir eine Teile-Lieferquote von 95 Prozent. Damals waren wir bezüglich der Zulassungszahlen noch relativ klein. Inzwischen liegen wir immer noch sehr gut im niedrigen 90-Prozent-Bereich.

Innerhalb welchen Zeitraums liefern Sie die Teile?

Innerhalb von 72 Stunden, Express-Teile in 24 Stunden. Uns ist wichtig, etwas zu versprechen, das wir anschließend auch halten können. Natürlich könnten wir 48 Stunden versprechen. Wenn wir das dann mehrfach nicht schaffen, hilft das niemandem. Dann sagen wir lieber 72 Stunden und tun alles dafür, innerhalb dieses Zeitraums mehr als 90 Prozent zu liefern.

Großer Auftritt auf der IFA: Zentraleuropa-Chef Markus Schrick (l.) im Gespräch mit t-online-Redakteur Christopher Clausen. (Quelle: Bernhard Voß/Clausen)

Was macht Sie darüber hinaus zum „deutschesten“ chinesischen Hersteller?

Wir geben sieben Jahre Garantie auf unsere Fahrzeuge, weil wir von unserer Qualität überzeugt sind. Hinzu kommt die Technologie: Wir sind davon überzeugt, dass das Niveau an Technologie im Fahrzeug für die Mobilität der Zukunft entscheidend sein wird.

Außerdem wollen wir mit deutschen Kunden auf dem hiesigen Markt auch entsprechend kommunizieren. Unsere Kommunikation hier ist deshalb weitgehend auf Deutschland zugeschnitten. Wir wollen nicht einfach eine einheitliche Kommunikation über ganz Europa legen. Damit heben wir uns von anderen Wettbewerbern ab.

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