TV-Duell beeinflusst?
Chatnachricht bringt Schwesig in Bedrängnis
15.08.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Manuela Schwesig soll bei Sendern interveniert haben, um nur gegen die AfD in einem TV-Duell anzutreten. CDU und Linke sind verärgert.
Im Streit über ein TV-Duell vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sind neue Details bekannt geworden, die eine Einmischung der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in die Planung der drei Sender nahelegen.
Nach Informationen des „Spiegel“ schrieb der Geschäftsführer des Radiosenders Ostseewelle, Tino Sperke, in einer Chatnachricht Ende Juli: „RTL/ntv hat sich dann aber für das Duell-Format entschieden, nachdem Frau Schwesig das bei ihrem Besuch im Hauptstadtbüro impliziert hatte.“ Das klingt, als habe der Sender wegen einer Intervention Schwesigs umgeplant.
CDU und Linke werfen Schwesig vor, nur gegen den Spitzenkandidaten der AfD, Leif-Erik Holm, in einem TV-Duell antreten zu wollen. Schwesig hat die Vorwürfe bislang zurückgewiesen. Jeder Sender entscheide selbst über sein Format, ließ Schwesigs Sprecherin wissen.
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RTL weist Einflussnahme Schwesigs zurück
Ostseewelle-Chef Sperke ging auf Anfrage des Magazins nicht näher auf den Inhalt der Chatnachricht ein. RTL/ntv habe von Anfang an ein Duell favorisiert, er habe für ein Viererformat geworben, so Sperke. „In der dynamischen redaktionellen Abwägung der Folgewochen“ sei zu erkennen gewesen, dass sich der Wahlkampf auf das Duell „SPD/AfD“ zuspitzen werde und ein Duell für ein nationales TV-Angebot besser wäre.
Eine RTL-Sprecherin erklärte, die redaktionelle Entscheidung sei „ohne jegliche Einflussnahme beziehungsweise Intervention von Frau Schwesig oder ihrem unmittelbaren Umfeld“ gefallen.
Schwesigs AfD-Kontrahent Leif-Erik Holm sagte dem „Spiegel“, er habe ein Quadrell zugesagt. „Ich hätte selbstverständlich auch an einer größeren Runde teilgenommen, wenn das von den Sendern so entschieden worden wäre.“ Es müsse geklärt werden, ob es politischen Druck auf Medienvertreter gegeben habe.
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist am 20. September. Bei einer Anfang Juli veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) war die AfD mit 36 Prozent deutlich stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Die SPD folgt dort mit 29 Prozent. Die Linke kam auf zwölf, die CDU nur auf neun Prozent. Daneben würden noch die Grünen mit fünf Prozent den Einzug ins Parlament schaffen. Aktuell regiert die SPD mit der Linkspartei.
