September 8, 2026 10:28 a.m. CEST

Massenphänomen

So sehen Sie den Burn-out kommen


Aktualisiert am 08.09.2026 – 07:40 UhrLesedauer: 3 Min.

Was als vermeintlicher Fleiß bei der Arbeit beginnt, kann in einer Depression enden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Vollkommene körperliche und psychische Erschöpfung: Das ist die knappe Definition für das Burn-out-Syndrom. Wissenschaftler haben im Verlauf der Erkrankung bestimmte Regelmäßigkeiten festgestellt.

Im Folgenden stellen wir die zwölf Stadien des Ausgebranntseins nach dem deutsch- amerikanischen Psychoanalytiker und Burn-out-Pionier Herbert J. Freudenberger (1926–1999) vor. Er gilt nicht nur als Begründer der modernen Burnout-Forschung, sondern hat 1974 auch den bahnbrechenden Fachartikel „Staff Burn-Out“ veröffentlicht, wo er erstmals den Zustand völliger psychischer und körperlicher Erschöpfung beschrieb.

Freudenbergers Forschungen waren die ersten wissenschaftlich fundierten Berichte zum Burn-out-Syndrom. Damit wurde die Erkrankung definiert und in der Folge das Verständnis von berufsbedingtem Stress und dessen psychischen Folgen maßgeblich geprägt.

Diese Symptome sind für die Burn-out-Phasen typisch:

1. Burn-out-Phase: Der Drang, sich zu beweisen

Das Burn-out-Syndrom tritt vor allem bei sehr ehrgeizigen Menschen auf. Leistung in Arbeit und Beruf wird zum wichtigsten Streben im Leben. Der Vergleich mit Kollegen entwickelt sich in der Gedankenwelt zum ständigen Konkurrenzkampf.

2. Burn-out-Phase: Alles an sich reißen

Schließlich hält der Betroffene nur noch sich selbst als qualifiziert genug, um wichtige Aufgaben auszuführen. Das Gefühl, alles lieber selbst zu erledigen, wird immer stärker: Er ist unentbehrlich und kann durch niemanden ersetzt oder auch nur unterstützt werden.

3. Burn-out-Phase: Keine Freizeit mehr

Die freie Zeit neben der Arbeit verliert infolge der starken Konzentration auf die Arbeit zunehmend an Bedeutung. Der Betroffene vernachlässigt Familie, Freunde und Hobbys. Dieser vermeintliche Verzicht wird oft als Selbstaufopferung verstanden.

4. Burn-out-Phase: Auseinandersetzungen meiden

Konflikte werden zunehmend ignoriert. Ob sie in Beruf oder Privatleben auftreten, ist dabei nicht von Bedeutung. Durch diesen Verdrängungsmechanismus treten erste körperliche Beschwerden hervor.

5. Burn-out-Phase: Definition neuer Maßstäbe

Als Folge der vorangegangenen Burn-out-Phasen kommt es bei den betroffenen Menschen zu einer Werteverschiebung, bei der sich folgende Symptome und Beschwerden zeigen: Sie stumpfen emotional ab und isolieren sich zunehmend von allem, was nicht die Arbeit betrifft. Alle anderen Bedürfnisse werden zurückgestellt und verlieren an Bedeutung.

6. Burn-out-Phase: Intoleranz anderen Menschen gegenüber

Das Burn-out-Syndrom bewirkt nun, dass andere Menschen, in Abgrenzung zum Betroffenen selbst, als unfähig und faul wahrgenommen werden. Das lässt weitere Kontakte zu Mitmenschen abbrechen. Der Erkrankte kann seine Mitmenschen nicht ertragen und neigt zu Aggression und Zynismus.

7. Burn-out-Phase: Soziale Distanzierung

Die Situation spitzt sich schließlich so weit zu, dass ein sozialer Rückzug vonstattengeht. Im Job wird nur das Nötigste getan. Wer am Burn-out-Syndrom leidet, empfindet zunehmend eine Orientierungslosigkeit in sich, die manche mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln zu betäuben versuchen.

8. Burn-out-Phase: Veränderung der Persönlichkeit

Aus dem zuvor so ehrgeizigen und engagierten Menschen wird aufgrund der vermeintlich hoffnungslosen Lage eine teilnahmslose, ängstliche Person. Betroffene mit Burn-out-Syndrom fühlen sich wertlos und unverstanden.

Aktie.
Die mobile Version verlassen