Satellitenplattformen für Europa
Knapp eine Milliarde Euro: OHB angelt sich Großauftrag
31.08.2026 – 13:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Europa will auch in Zukunft sicher und unabhängig kommunizieren. Dafür stellt OHB nun die Weichen und angelt sich einen Großauftrag.
Ein Auftrag von enormer Größenordnung für die Bremer Raumfahrtindustrie: Der Satellitenhersteller OHB soll 18 Plattformen für Europas neues Satellitenkommunikationssystem IRIS2 entwickeln und bauen. Der Vertrag mit dem europäischen Satellitenbetreiber SES hat nach Angaben des Unternehmens einen Wert von knapp einer Milliarde Euro, teilte der Konzern am Montag mit.
Die Vereinbarung ist zugleich der erste Großauftrag im Rahmen des europäischen IRIS2-Programms. Die Umsetzungsphase war Anfang August offiziell gestartet worden. Mit dem Projekt will die Europäische Union eine eigene, besonders sichere und widerstandsfähige Kommunikationsinfrastruktur im All aufbauen.
„Bedeutender Schritt Europas in die Unabhängigkeit“
OHB übernimmt dabei einen wichtigen Teil der Satellitenflotte. Die 18 Plattformen sind für Satelliten vorgesehen, die im mittleren Erdorbit – dem sogenannten MEO – eingesetzt werden. Jeder von ihnen soll beim Start rund 2,6 Tonnen wiegen und eine maximale Leistung von etwa 15 Kilowatt erreichen.
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„IRIS2 wird ein bedeutender weiterer Schritt Europas in die Unabhängigkeit“, sagte OHB-Chef Marco Fuchs. In einer digitalisierten Welt sei „eine resiliente und eigenständige Kommunikationsinfrastruktur unabdingbar“. Nach den europäischen Satellitenprogrammen Galileo und Copernicus könne OHB damit seine Rolle in Europas strategischer Weltrauminfrastruktur weiter ausbauen.
Insgesamt soll IRIS2 aus 348 Satelliten in niedrigen und mittleren Erdumlaufbahnen bestehen. Hinzu kommt eine nach europäischen Sicherheitsstandards geschützte Infrastruktur am Boden. Über das System sollen künftig Behörden, Unternehmen und andere Nutzer sichere Kommunikationsdienste erhalten. Die EU will damit zugleich kritische Infrastruktur besser schützen, ihre Krisenreaktion verbessern und Versorgungslücken in abgelegenen Regionen schließen.
Für den Aufbau ist das SpaceRISE-Konsortium verantwortlich, dem die Satellitenbetreiber SES, Eutelsat und Hispasat angehören. SES verantwortet den Systemanteil im mittleren Erdorbit und hat OHB nun mit den 18 Plattformen beauftragt.
Erste Dienste ab 2030 verfügbar
SES-Manager Xavier Bertran bezeichnete den Vertrag als „wichtigen Schritt“ auf dem Weg zu einer neuen sicheren und widerstandsfähigen Kommunikationsinfrastruktur für Europa.
