August 10, 2026 6:11 p.m. CEST

Eklat im Waldstadion

Boy George bricht Auftritt ab – und spricht von Sabotage


10.08.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 3 Min.

Boy George bei der 80er Live Stadiontour am Samstag im Deutsche Bank Park in Frankfurt (Archivbild): Er hatte bei dem Auftritt mit Technikproblemen zu kämpfen. (Quelle: IMAGO/imago)

Nach zwei Songs ist für Boy George in Frankfurt Schluss. Später erhebt der Popstar schwere Vorwürfe gegen die Tontechniker.

Ein begeistert empfangener Popstar, ein abrupt abgebrochener Auftritt und am Ende laute Buh-Rufe: Der Auftritt von Boy George bei der großen 80er-Party im Frankfurter Waldstadion ist am Samstagabend (8. August 2026) anders gelaufen als geplant. Der frühere Culture-Club-Sänger machte anschließend die Tontechnik verantwortlich. Später sprach er sogar von Sabotage.

Rund 28.000 Menschen waren nach Angaben des Hessischen Rundfunks zu „Die 80er Live“ in den Deutsche Bank Park gekommen. Neben Boy George standen unter anderem Kim Wilde, Alphaville, Tony Hadley und Holly Johnson auf der Bühne. Als Boy George an der Reihe war, wurde der 65-Jährige zunächst begeistert empfangen.

Doch sein Auftritt endete schon nach kurzer Zeit. Nach zwei Titeln stoppte der Sänger während des nächsten Songs seine Band. Laut „FAZ“ sang er zunächst noch ohne Begleitung weiter, verabschiedete sich dann mit einem knappen „Good night, thank you“ und verließ die Bühne. Zurück blieben enttäuschte Fans, die ihn mit Buh-Rufen verabschiedeten.

Boy George: „Ich kenne den Gestank von Sabotage“

Kurz darauf erhob Boy George schwere Vorwürfe. In einem später offenbar gelöschten Beitrag auf X erklärte er, die für seine Bühnenmonitore zuständigen Techniker hätten seinen Auftritt sabotiert.

Seine In-Ear-Monitore seien derart laut gewesen, dass er seine eigene Stimme kaum noch habe hören können. Dreimal habe er darum gebeten, die Lautstärke zu reduzieren – stattdessen sei sie immer weiter erhöht worden. „Ich mache das schon lange genug und kenne den Gestank von Sabotage“, schrieb der Musiker.

Nach eigener Darstellung waren seine Ohren nach dem Auftritt so stark beeinträchtigt, dass er einen Arzt in London aufsuchen müsse. Seine Nachricht beendete er mit einem Seitenhieb auf das Frankfurter Publikum: „Danke für die Buh-Rufe!“

Der Vorwurf sorgte auch politisch für Reaktionen. Die Frankfurter Stadtverordnete Jutta Ditfurth teilte Boy Georges Beitrag und fragte öffentlich, wer für Veranstaltung und Tontechnik verantwortlich gewesen sei. Dabei stellte sie den Vorfall auch in Zusammenhang mit der zuletzt aufgeheizten Debatte um den Musiker.

Einen Tag später klingt Boy George vorsichtiger

Denn Boy George hatte vor seinem Frankfurt-Auftritt bereits politische Kontroversen verursacht. Mit dem Lied „We Will Dance Again“ hatte er an die Opfer des Hamas-Angriffs auf das israelische Nova-Musikfestival erinnert und Solidarität mit Israel und jüdischen Menschen bekundet. Dafür war er in den vergangenen Wochen teils heftig kritisiert worden. In Frankfurt begrüßte er das Publikum nach Angaben des Hessischen Rundfunks mit der Bemerkung, dies sei sein erster Auftritt, seit er „gecancelt“ worden sei.

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