September 3, 2026 6:12 p.m. CEST

Boris Becker über Tennis-Talent

„Stimmt etwas nicht mit ihm?“


03.09.2026 – 16:35 UhrLesedauer: 5 Min.

Gesenkter Blick: Rafael Jódar beim Erstrundenaus in New York.

Gesenkter Blick: Rafael Jódar beim Erstrundenaus in New York. (Quelle: IMAGO/Javier Garcia/Shutterstock/imago-images-bilder)

Rafael Jódar scheidet völlig überraschend in der ersten Runde der US Open aus. Selbst Deutschlands Tennislegende Boris Becker zeigt sich besorgt.

Er hat Geschichte geschrieben, und das mit erst 19 Jahren – aber anders, als er selbst sich das erhofft hat. Mit 2:6, 1:6, 1:6 wurde Rafael Jódar in der ersten Runde der US Open regelrecht vorgeführt. Der aktuelle 13. der Tennis-Weltrangliste bekam eine Lehrstunde – vom ungesetzten Chinesen Yunchaokete Bu, selbst nur die Nummer 124 der Welt.

Jódar ist damit der höchstgesetzte Spieler in der Historie des Grand Slams in New York, der gegen einen „Lucky Loser“ verloren hat – Bu hatte im Finale der Qualifikation eigentlich verloren, rückte dann aber trotzdem ins Hauptfeld nach, nachdem der Australier Thanasi Kokkinakis seine Teilnahme absagen musste.

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37 unerzwungene Fehler, nur 15 Gewinnschläge – im Match lief für den hochtalentierten Spanier Jódar, dem Experten noch vor Monaten eine große Zukunft vorhersagten, so gut wie gar nichts zusammen. So dramatisch schlecht war die Vorstellung des Teenagers, dass die deutsche Tennislegende Boris Becker während des Matches bei X fragte: „Stimmt etwas nicht mit Jódar?“

Auf der Pressekonferenz nach dem Match war Jódar entsprechend kurz angebunden. „Er hat besser gespielt als ich, und deshalb hat er heute gewonnen“, erklärte er schmallippig. „Ich habe versucht, mein Bestes zu geben, aber es sollte einfach nicht sein.“

Es ist der nächste Rückschlag für den eigentlich hochtalentierten Madrilenen, der erst im Dezember 2025 Vollzeit-Profi geworden war. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon mit Erfolgen Aufsehen erregt – und machte bei den „Großen“ genau so weiter. Innerhalb weniger Monate kletterte Jódar bis auf Rang 34, stellte mehrere Bestmarken auf.

„Ein Mix aus Zverev und Alcaraz“

Schon im April titelte ein Tennismagazin: „Jódar ist ein Mix aus Zverev und Alcaraz“. Als er beim Masters in Barcelona den erfahreneren Cameron Norrie im Viertelfinale deutlich schlug, schwärmte auch Becker bei X. „Ich liebe seine Ruhe und spielerische Reife schon jetzt“, schrieb der sechsmalige Grand-Slam-Sieger. Spanien hat einen weiteren Diamanten.”

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