September 4, 2026 4:51 a.m. CEST

Pilotprojekt

Hannover testet Bodycams im Nahverkehr

03.09.2026 – 18:02 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Mitarbeiter von protec steht mit einer Bodycam vor einer einfahrenden Stadtbahn: Der Sicherheitsdienstleiter protec – eine Tochter der hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra – erprobt sie in einem Pilotprojekt. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)

Sicherheitskräfte im Nahverkehr erhalten schrittweise Bodycams. Die Bilder bleiben für sie gesperrt – Zugriff gibt es laut Unternehmen nur auf Anforderung.

Die Üstra-Tochterfirma protec erprobt Bodycams für ihren Streifendienst im Hannoveraner Nahverkehr. Das Pilotprojekt ist auf sechs Monate angelegt. Ob die Technik dauerhaft eingeführt wird, soll der Test zeigen.

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Rund 80 Beschäftigte des protec-Streifendienstes sind für die Sicherheit in Bussen, Stadtbahnen, an Haltestellen und in Tunnelstationen zuständig. Sie sollen die Kameras schrittweise erhalten – bis Ende Februar 2027 sollen nach Unternehmensangaben alle Mitarbeitenden dieses Bereichs ausgestattet sein. Der Streifendienst absolviert nach eigenen Angaben rund 15.000 Einsätze pro Jahr.

Hier dürfen die Kameras eingesetzt werden

Eingesetzt werden dürfen die Kameras nach Angaben der Üstra nur in Bereichen, in denen protec das Hausrecht wahrnimmt: in Fahrzeugen, an Haltestellen, in Tunnelstationen sowie auf der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade.

Aufnahmen sind demnach nur bei konkretem Anlass erlaubt – zum Schutz von Beschäftigten oder anderen Personen, zur Deeskalation, zur Beweissicherung oder zur Durchsetzung des Hausrechts. Der Beginn einer Aufnahme muss mündlich angekündigt werden; während der Aufzeichnung leuchtet eine rote LED. Ton wird nach Unternehmensangaben nicht aufgezeichnet.

Kameras verfügen über eine Voraufzeichnungsfunktion

Die aufnehmenden Kräfte und ihre Vorgesetzten können die Bilder nach Angaben der Üstra weder einsehen noch auswerten. Ein Zugriff sei erst nach behördlicher Aufforderung durch ein gesondertes Team außerhalb des Sicherheitsbereichs möglich. Nicht benötigte Aufnahmen werden demnach automatisch nach drei Tagen gelöscht. Eine unabhängige datenschutzrechtliche Prüfung dieser Zusagen ist im Rahmen des Pilotprojekts nicht dokumentiert.

Die Kameras verfügen zudem über eine Voraufzeichnungsfunktion: Sie erfassen automatisch die 90 Sekunden vor dem eigentlichen Aufnahmestart – also bevor eine Ankündigung erfolgt.

Für rund 50 Kameras und die zugehörige Software veranschlagt die Üstra nach eigenen Angaben etwa 65.000 Euro, hinzu kommen jährliche Betriebskosten von rund 15.000 Euro.

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