Oktober 7, 2026 9:33 p.m. CEST

„Bierkönig“-Fall heute bei „Aktenzeichen XY“

Rudi Cerne über Mord an Frankfurter: „Hat mich erschüttert“


Aktualisiert am 07.10.2026 – 17:21 UhrLesedauer: 3 Min.

Rudi Cerne (Archivbild): Seit 2002 moderiert er „Aktenzeichen XY … Ungelöst“. In der aktuellen Ausgabe geht es auch um einen Fall der Frankfurter Staatsanwaltschaft. (Quelle: Christoph Reichwein (crei) via www.imago-images.de/imago)

„Aktenzeichen XY“ zeigt heute Abend den „Bierkönig“-Mord. Im Interview mit t-online verrät Rudi Cerne, warum ihn der Fall des Frankfurter Gastronomen bis heute nicht loslässt.

Es ist eines der rätselhaftesten Verbrechen aus dem Umfeld des deutschen Mallorca-Tourismus: In der Nacht zum 12. November 1997 werden auf einer Finca bei Palma de Mallorca drei Menschen erschossen. Unter den Opfern sind der Frankfurter Gastronom Manfred Meisel, sein achtjähriger Sohn Patrick und die 30 Jahre alte Tierpflegerin seiner Papageien, Claudia Leisten. Das Verbrechen wird als „Bierkönig“-Mord in die Geschichte eingehen.

Warum die drei sterben mussten, ist bis heute ungeklärt. Zwar gab es im Verlauf der Ermittlungen verschiedene Spuren und sogar eine Festnahme, doch ein Täter wurde nie rechtskräftig für die Tat verurteilt. Nun hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main den Fall neu aufgerollt.

Moderator Cerne: Viele offene Fragen rund um „Bierkönig“-Mord

„Aktenzeichen XY“-Moderator Rudi Cerne beschäftigt sich für die Sendung intensiv mit dem Fall. Insbesondere die Brutalität des Verbrechens habe ihn getroffen. „Es hat mich vor allem erschüttert, wie gezielt und offenbar professionell die Täter vorgegangen sind“, sagt der Moderator. Dass bei der Tat auch ein Kind getötet wurde, macht den Fall für ihn besonders schwer erträglich. Insbesondere, weil die Hintergründe bis heute nicht aufgeklärt wurden.

Gleichzeitig seien es die vielen offenen Fragen, die den Fall für ihn bis heute so rätselhaft machten: „Warum haben die Wachhunde nicht angeschlagen? Was war das Motiv? Und warum wurde offenbar kein Bargeld gestohlen, obwohl zunächst ein Raub im Raum stand? Das macht diesen Fall bis heute so rätselhaft“, so Cerne im Interview mit der Frankfurter Lokalredaktion von t-online.

Frankfurter Gastronom machte den „Bierkönig“ groß

Das Opfer, Manfred Meisel, machte sich in den 1980er-Jahren in Frankfurt einen Namen und war dort bereits als Gastronom bekannt. So führte er unter anderem die Apfelweinwirtschaft „Struwwelpeter“ in Sachsenhausen. Gemeinsam mit seinem Vater betrieb er außerdem ein Geschäft für seltene Papageien im Frankfurter Bahnhofsviertel.

1989 zog Meisel nach Mallorca und übernahm dort den damals noch vergleichsweise unbedeutenden „Bierkönig“. Unter seiner Führung entwickelte sich das Lokal zu einer der bekanntesten Partylocations der Insel.

Auch privat blieb Meisel den Papageien verbunden. Auf seiner Finca hielt und züchtete er seltene Tiere und beschäftigte dafür eine Tierpflegerin. In derselben Nacht, in der Meisel und sein Sohn starben, wurde auch die Pflegerin Claudia Leisten ermordet.

„Bierkönig“-Mord: Warum zeigt das ZDF den Fall heute?

„Auch nach fast 30 Jahren kann ein entscheidender Hinweis einen Fall noch einmal in Bewegung bringen“, erklärt Cerne. Gerade bei einem Verbrechen mit Verbindungen zwischen Deutschland und Mallorca sei der internationale Blick wichtig. Vielleicht gebe es Menschen, die damals etwas beobachtet hätten und sich erst heute dazu entschließen, ihr Wissen weiterzugeben.

Die Ermittlungen laufen inzwischen in Deutschland und liegen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Während der Fall in Spanien verjährt ist, gilt nach deutschem Recht für Mord keine Verjährungsfrist.

Hinweise aus Deutschland und dem Ausland gesucht

Welche Hintergründe tatsächlich hinter dem Dreifachmord stecken, ist weiter offen. Im Laufe der Jahre wurden unterschiedliche Theorien diskutiert, unter anderem mögliche Verbindungen zu Meisels Papageienzucht oder zu kriminellen Vereinigungen.

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