November 3, 2026 11:46 a.m. CET

Warnstreik in Ingolstadt

Beschäftigte legen Audi-Werk lahm

Von t-online, reuters, dpa

03.11.2026 – 10:10 UhrLesedauer: 3 Min.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner setzt in den Tarifverhandlungen auch auf Streiks. (Archivbild) (Quelle: Hannes P Albert/dpa/dpa-bilder)

Die IG Metall ruft am Audi-Standort Ingolstadt zum Warnstreik auf. Der Autobauer und sein Chef Gernot Döllner stehen besonders in der Kritik.

Bei einem nächtlichen Warnstreik in Ingolstadt haben nach Angaben der IG Metall rund 3.000 Audi-Mitarbeiter höhere Löhne gefordert und gegen Einsparungen protestiert. Landesbezirksleiter Horst Ott attackierte darüber hinaus Audi-Chef Gernot Döllner für dessen Auftritt bei einem Wahlkampftermin von US-Präsident Donald Trump. „Auf diese Art Audi zu vertreten, ist armselig“, sagte Ott nach Angaben eines Sprechers bei der bislang größten Kundgebung der derzeitigen Warnstreikwelle in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie.

Audi-Boss Döllner war zuletzt wegen eines Wahlkampfauftritts mit US-Präsident Donald Trump in die Kritik geraten. Die Automarke steckt zudem wie der Mutterkonzern nach verheerenden Managementfehlern in der Krise. So steht in Deutschland das Audi-Werk Neckarsulm im kriselnden Autostandort Baden-Württemberg auf der Kippe. Allein VW will weltweit bis zum Jahr 2030 rund 50.000 Stellen streichen.

Für Montag ruft die IG Metall die Belegschaften in 41 Betrieben zu vorübergehenden Arbeitsniederlegungen auf. Größere Kundgebungen sind in Augsburg, Passau und Aschaffenburg geplant.

Die aktuelle Tarifrunde steht unter dem Eindruck der Krise im Autobau. So setzte VW die Entwicklung für den neuen ID. Golf am Standort Wolfsburg aus. Zulieferer Scheffler stellte fünf Standorte auf den Prüfstand.

Gewinn bricht um 87 Prozent ein

Audi steht wirtschaftlich unter Druck und will Kosten sparen, Döllner hatte in den USA den Bau eines neuen Werks angekündigt. Der Konzern ging zuletzt um 87 Prozent zurück.

In Deutschland beruft sich der Vorstand auf die sogenannte „Schlechtwetterklausel“, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Sparmaßnahmen vorsieht, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark verschlechtern. Zur Diskussion steht vor allem die mögliche Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm. Die Autos dort könnten künftig im slowakischen Bratislava gebaut werden. Von dort könnte die Produktion für den neuen Audi Q9 in die USA wandern. Autoexperten verweisen darauf, dass die Produktion großer Limousinen und Super-SUV in den USA ökonomisch sinnvoll sei. So seien die Einfuhr von Super-SUV in die USA schon vor Trumps Zollerhöhungen mit Sonderabgaben in Höhe von 25 Prozent belegt worden.

Audi kämpft mit den Folgen einbrechender Absätze in China und den USA – Unternehmenschef Gernot Döllner mit den Folgen eines gemeinsamen Auftritts mit Donald Trump. (Archivbild) (Quelle: Mark Schiefelbein/AP/dpa/dpa-bilder)

„Dass Audi in den USA produzieren will, halte ich für richtig“, sagte Ott – im Gegensatz zu den Konkurrenten BMW und Mercedes hat das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen dort bislang kein eigenes Werk. „Was falsch ist, ist der Zeitpunkt.“ Das sei instinktlos und respektlos gegenüber den Menschen an den deutschen Standorten. „Eine solche Art von Führung habt Ihr nicht verdient“, sagte der Landesbezirksleiter.

Aktie.
Die mobile Version verlassen