Zu wenige Gäste
Managt viele Hotels in Deutschland – Firma MCH insolvent
Aktualisiert am 26.09.2025 – 20:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Essen, Trinken und Fachkräfte sind zuletzt teurer geworden. Das spürt auch der Berliner Hotelbetreiber MCH. Nun kämpfen sie gegen die Insolvenz.
Die Berliner Hotelgesellschaft MCH, zu der auch die Marke mein.lieblingsort gehört, hat beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Dem Antrag wurde am 10. September 2025 stattgegeben. Ziel ist eine Sanierung des Unternehmens, der Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens uneingeschränkt fortgeführt werden. Die Löhne und Gehälter der rund 100 Mitarbeitenden sind über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert.
Nach Angaben des Unternehmens leidet die Branche unter massiv gestiegenen Kosten für Energie und Lebensmittel sowie höheren Personalkosten. Seit Anfang 2022 hätten sich Lebens- und Energiekosten jeweils um rund 27 Prozent verteuert, alkoholfreie Getränke um etwa 30 Prozent, alkoholische um nahezu 20 Prozent. Parallel verschärfe der Fachkräftemangel die Lage.
Besonders betroffen sind laut MCH die Häuser der Eigenmarke mein.lieblingsort – darunter der 2024 übernommene Standort Wolfsburg-Nordsteimke mit Restaurant sowie ein seit 2023 geführtes Haus im Hamburger Umland. In Wolfsburg blieben die Auslastungszahlen seit der Pandemie niedrig. Trotz leichter Erholung 2024 liege die Nachfrage deutlich hinter dem verfügbaren Bettenangebot zurück, erklärte das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
Die MCH wurde 2015 von Friedrich W. Niemann gegründet. Niemann leitete zuvor unter anderem Häuser der Hilton-Gruppe in Südosteuropa und eröffnete 2013 als Generaldirektor das Waldorf Astoria Berlin. Zum Umfeld der MCH gehören auch Managementverträge mit B&B Hotels. Laut einer B&B-Sprecherin werden die Häuser in Braunschweig, Hildesheim, Weyhausen, Nürnberg-Plärrer und Nürnberg-West von MCH gemanagt, zeigten jedoch eine stabile Leistung und seien von den aktuellen Herausforderungen nicht betroffen.
Ein Investorenprozess wurde bereits eingeleitet. Die Eigenverwaltung soll es ermöglichen, Strukturen anzupassen und unrentable Bereiche zurückzufahren, während zukunftsfähige Segmente erhalten bleiben. Aus den aktuell einsehbaren Jahresabschlüssen steht für 2023 ein Gewinn von knapp 5.000 Euro in den Büchern. Im Vorjahr sah das noch ganz anders aus. 2022 fuhr die MCH einen Verlust von knapp 105.000 Euro ein.
