August 21, 2026 2:21 p.m. CEST

Jahrelanger Streit

Bagger rollen an: Bau von umstrittenem Wohnquartier startet


21.08.2026 – 12:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Visualisierung des Projekts: Zahlreiche Eigentumswohnungen, aber auch öffentlicher Wohnraum soll entstehen. (Quelle: moka-studio)

Jahrelang wurde über das Bauprojekt gestritten. Nun beginnt die Umsetzung – allerdings mit anderen Plänen als ursprünglich vorgesehen.

Nach jahrelanger Planung, Protesten und einer juristischen Auseinandersetzung wird eines der umstrittensten Wohnungsbauprojekte Bremens konkret. Auf dem früheren Gelände der Deutschen Bundesbank in der Kohlhökerstraße haben die Bauarbeiten für ein neues Wohnquartier begonnen.

Auf dem gut 7.000 Quadratmeter großen Grundstück in Bremen-Mitte sollen 179 Wohnungen entstehen. Herzstück des Ensembles ist ein elfgeschossiges Wohnhochhaus im rückwärtigen Bereich. Hinzu kommen niedrigere Gebäude entlang der Kohlhökerstraße und Salvador-Allende-Straße. 54 Wohnungen werden öffentlich gefördert. Zudem sind 158 Stellplätze in einer Tiefgarage und begrünte Freiflächen vorgesehen.

Hochhaus war deutlich größer geplant

Der Hamburger Projektentwickler Evoreal führt das Vorhaben inzwischen unter dem Namen „Auf 265° Domblick“. Auch finanziell hat das Projekt deutlich an Umfang gewonnen: Waren zu Beginn noch Kosten von rund 60 Millionen Euro veranschlagt, liegen sie inzwischen laut „Kreiszeitung“ bei gut 100 Millionen Euro. Der Investor selbst spricht von 90 Millionen Euro. Für zunächst 54 Eigentumswohnungen hat Mitte August die Vermarktung begonnen. Evoreal rechnet demnach mit rund 28 Monaten Bauzeit.

Im Oktober 2024 sah die Fläche noch so aus, das wird sich nun schrittweise ändern. (Quelle: Steffen Koller/t-online)

Bis zum Baustart war es ein langer Weg. Erste konkrete Pläne wurden bereits 2018 vorgestellt. Damals waren rund 170 Wohnungen und ein 14-geschossiges Wohnhochhaus vorgesehen. Der höchste Baukörper sollte rund 42,90 Meter erreichen.

Eine Bürgerinititative hatte jahrelang gegen den Bau geklagt, Plakate rund um das Areal zeugen noch heute von der Ablehnung. (Quelle: Steffen Koller/t-online)

Vor allem dieser Hochpunkt stieß in der Nachbarschaft auf Widerstand. Eine Bürgerinitiative kritisierte neben der Höhe auch die Baumasse und die Auswirkungen auf das von teils deutlich kleineren Gebäuden geprägte Umfeld. Weitere Einwände betrafen Denkmalschutz, Verschattung, Baumfällungen sowie Belastungen durch Verkehr und Bauarbeiten.

Architekturkammer kritisiert Vorhaben

Auch die Architektenkammer Bremen äußerte Kritik an den Dimensionen des Projekts. Die Pläne wurden daraufhin verändert: Der Hochpunkt schrumpfte von 14 auf elf Geschosse und von knapp 43 auf maximal 34,40 Meter. Damit ist er nur wenig höher als das frühere Bundesbankgebäude mit gut 33 Metern.

Lageplan des künftigen Areals: Zwei Gebäude sind für öffentlichen Wohnraum vorgesehen, in vier weiteren werden Eigentumswohnungen angeboten. (Quelle: Screenshot/265grad.de)
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