Oktober 2, 2026 11:38 a.m. CEST

Lange Umleitungen

Bahn saniert Strecke Berlin-Hannover: 14 Monate Sperrung

Aktualisiert am 02.10.2026 – 09:35 UhrLesedauer: 4 Min.

Kein Durchkommen: Pendler müssen sich auf längere Fahrtzeiten einstellen. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-tmn/dpa-bilder)

Mehr als ein Jahr lang wird an der wichtigen Verbindung gebaut. Was bedeutet das für Reisende und Pendler?

Seit heute saniert die Deutsche Bahn die rund 230 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin und Lehrte bei Hannover. Dafür wird die wichtige Ost-West-Verbindung für rund 14 Monate bis Dezember 2027 vollständig gesperrt. Weil die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufende Lehrter Stammbahn nicht rechtzeitig elektrifiziert wird, müssen alle Fernzüge zwischen Berlin und Hannover während der ganzen Zeit über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet werden. Was kommt auf die Reisenden und die vielen Pendler zu?

Wann beginnt die Sperrung und wie lange dauert sie?

Die Strecke wird am frühen Morgen außer Betrieb genommen und voraussichtlich bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2027 komplett dicht sein. Bis die Bauarbeiten in den nächsten Tagen beginnen, müssen zunächst die Oberleitungen abgeschaltet, geerdet und abgenommen werden.

Innerhalb der kommenden 14 Monate plant die Bahn dann, Hunderte Kilometer Weichen, Gleise und Oberleitungen auszutauschen. Mehr als zwei Dutzend Bahnhöfe sollen zudem modernisiert werden. Knackpunkt ist die Erneuerung von mehr als 50 Kilometern Betonfahrbahn vor und hinter Stendal, die erneuert werden müssen.

Ziel ist, dass der gesamte Verkehr nach Abschluss der Arbeiten wieder zuverlässiger und pünktlicher auf der Strecke unterwegs ist. Direkt von Beginn an wird das aber voraussichtlich nicht klappen, das zeigen die bisherigen Generalsanierungen wie etwa zwischen Hamburg und Berlin. In den ersten Wochen nach der Großbaustelle musste sich das System erst einmal einruckeln – was eine geringe Pünktlichkeit auf dem Abschnitt zur Folge hatte.

Die Strecke soll umfassend saniert werden. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-bilder)

Wie fahren die Fernzüge zwischen Berlin und Hannover?

Sämtliche Fernzüge zwischen Berlin und Hannover werden über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt erhält damit drei zusätzliche ICE-Verbindungen Richtung Hannover und Nordrhein-Westfalen. Dafür halten die Züge bis mindestens Ende des Jahres nicht mehr in Wolfsburg und in Stendal. Derzeit laufen laut Bahn die Abstimmungen dazu, ob das auch im nächsten Jahr so bleibt. Für viele Pendlerinnen und Pendler ist das ein großes Ärgernis.

Die Fahrzeit zwischen Berlin und Hannover verlängert sich aufgrund der Umleitung um 80 auf rund 180 Minuten. Pro Richtung sollen am Tag in jedem Zwei-Stunden-Zeitraum jeweils drei Fernzüge unterwegs sein. Das betrifft auch sämtliche Verbindungen zwischen der Hauptstadt und Nordrhein-Westfalen. Wer etwa von Berlin nach Düsseldorf fahren möchte, ist fortan mindestens fünfeinhalb Stunden unterwegs.

Ursprünglich sollte der Fernverkehr nur bis Ende dieses Jahres die große Umleitung fahren. Dann hätten die Züge über die Lehrter Stammbahn geführt werden sollen, parallel zur Schnellfahrtstrecke. Diese wird derzeit elektrifiziert. Die Bauarbeiten verzögern sich aber erheblich, so dass die Stammbahn als Alternativstrecke auch im nächsten Jahr nicht zur Verfügung stehen wird.

Und wie sieht es mit dem Regionalverkehr aus?

Auch im Nahverkehr wird es erhebliche Einschränkungen geben. Das betrifft insbesondere Pendlerinnen und Pendler in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die Bahn will nach eigenen Angaben ein „verlässliches Grundangebot“ bereitstellen. So verkehren Regionalzüge etwa zwischen Nauen und Stendal über Wittenberge. Die dazwischenliegenden Halte, etwa Rathenow, sind allerdings nur über Ersatzbusse erreichbar. Auch wer von Stendal weiter nach Wolfsburg muss, ist auf die Busse angewiesen. Über die einzelnen Linien und Takte informiert die Bahn auf ihrer Internetseite.

Aktie.
Die mobile Version verlassen