„Gruselig und gleichzeitig schön“
Als Babys wurden sie vertauscht – jetzt sind sie wie Schwestern
07.10.2025 – 10:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Emotionales Kennenlernen nach 35 Jahren: Zwei Frauen in Österreich sind nach ihrer Geburt vertauscht worden – und bei den Eltern der anderen aufgewachsen.
Nach 35 Jahren haben zwei Frauen im österreichischen Graz Gewissheit: Sie wurden als Babys vertauscht. Danke eines DNA-Tests ist die Verwechslung nun geklärt worden. Die zwei Frauen haben einander vor wenigen Wochen kennengelernt und ihre leiblichen Eltern getroffen, wie sie dem Sender ORF sagten.
Die beiden Mädchen kamen Ende Oktober 1990 in der Stadt im Süden Österreichs auf die Welt. Als Frühchen verbrachten sie die erste Zeit nicht bei ihren Müttern, sondern in Brutkästen und Wärmebetten, hieß es in der „Kronen Zeitung“. Auch das Krankenhaus hat sich zu dem Fall geäußert: „Wir bedauern zutiefst, dass es damals zu diesem Fehler gekommen ist“, sagte der Betriebsdirektor in einer Stellungnahme.
Eine der zwei Betroffenen hatte bereits vor Jahren durch eine Blutspende erfahren, dass sie aufgrund ihrer Blutgruppe nicht die leibliche Tochter des Paares ist, das sie großgezogen hatte. Doch die biologischen Eltern und das zweite vertauschte Kind konnten nicht ermittelt werden – trotz Recherchen der Klinik und eines öffentlichen Aufrufs im Jahr 2016.
Die andere Betroffene erfuhr erst vor einigen Wochen von der Verwechslung. Im Zuge einer Schwangerschaft hatte auch sie ihre wahre Blutgruppe herausgefunden und war danach auf den ungeklärten Fall der vertauschten Babys gestoßen, wie der ORF berichtete. Sie habe erst Kontakt mit der anderen Frau aufgenommen und dann durch einen DNA-Test Gewissheit erhalten, hieß es.
Es fühle sich an, als ob sie seit 35 Jahren eine Schwester habe, sagte die Frau, die erst seit Kurzem weiß, dass sie verwechselt worden war. „Es ist gruselig und gleichzeitig schön“, sagte sie dem ORF nach ihrem ersten Treffen mit dem anderen Tausch-Kind. „Es ist einfach ein unbeschreiblich gutes Gefühl“, sagte die andere.
