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Kymco DT X360 125i – für A2-Besitzer überlegenswert

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Kymco aus Taiwan bringt mit dem Scooter DT X360 einen Crossover-Roller, und zwar als 350er und als 125er. Der Kleine wirkt aber sehr erwachsen und ist, was den Gesamteindruck betrifft, eine echte Empfehlung für Interessenten mit einem A2-Führerschein.

Der taiwanesische Rollerhersteller Kymco ist in Deutschland im vergangenen Jahr ins Hintertreffen geraten: Bei den Leichtkraftrollern bis 125 Kubikzentimeter Hubraum ging der vierte Platz in der Herstellerwertung verloren, weil Zulassungszahlen um knapp 20 Prozent auf rund 2000 zurückgingen. Da kann es nur hilfreich sein, mit dem neuen DT X360, den es als Kraftroller mit 350 Kubikzentimeter Hubraum und zudem als 125er gibt, ein zusätzliches Angebot zu bringen: Kymco hat einen Crossover-Roller auf ziemlich voluminöse, grob profilierte Reifen gestellt. Er soll mit seinem kantigen, sportlichen Offroad-Deisign unübersehbares Abenteuer-Flair verströmen. Technisch basiert er auf dem Modell New Downtown.

Mindestens 1,70 Meter sollte der Fahrer messen, damit er die Füße bequem, auf den Boden bringt.

(Foto: Rita Niehues)

Unter den nicht weniger als elf 125ern, die Kymco für 2022 im Angebot hat, markiert der DT X360 125i ABS – so die komplette Modellbezeichnung – die Spitze der Preisliste: Mit 5500 Euro ist er sogar teurer als zwei seiner 300er-Halbbrüder. Auch in Sachen Leergewicht ist der Crossover-Scooter vorne dabei: 179 Kilogramm sind für einen 125er üppig. Zur Ehrenrettung muss man aber sagen, dass sich der DT X360 leicht fahren und auch beim Rangieren und Abstellen unkompliziert handhaben lässt.

Etwas vorschnell

Überhaupt ist der DT X360 125 im praktischen Umgang ein angenehmer Geselle: Die schlüssellose Startprozedur ist einfach, der flüssigkeitsgekühlte Einzylindermotor läuft angenehm ruhig, vibriert nicht nennenswert und gibt sich auch sparsam. Die Variomatik macht ihre Sache gut und beschleunigt den Taiwan-Scooter ausreichend schnell. Bei Höchstgeschwindigkeit zeigt der Digitaltacho des vom Hersteller mit 93 km/h angegebenen Rollers optimistische 103 km/h an. Exakte Beobachtungen ergaben allerdings eine Voreilung des Kilometerzählers von fast zehn Prozent, was auch auf die Geschwindigkeitsanzeige nicht ohne Auswirkung bleibt. Und korrekterweise muss man den Benzinverbrauch ebenfalls um 1/10 relativieren.

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Der Kymkop DT C360 125i ist zwar keine Rennmaschine, überholt wird man dennoch selten.

(Foto: Rita Niehues)

Der DT X360 ist aber immerhin schnell genug, um im normalen Vorort- und Überlandverkehr seine Position behaupten zu können, überholt wird man auch außerorts nur selten. Kurven umrundet der stämmige Scooter dank seiner insgesamt straffen Fahrwerksabstimmung ohne Schaukeln und mit reichlich Schräglagenfreiheit. Die Bremsen – vorne und hinten drehen sich modische Wave-Scheiben – verzögern gut, das ABS regelt schnell und hält den DT X360 in der Spur.

Im dichten Stadtverkehr ist der Kymco kein Wunder an Agilität, weil er relativ lang und sein Lenkereinschlag begrenzt ist. Auf unbefestigtem Untergrund bietet der DT X360 den Vorteil gröberen Reifenprofils; höhere Tempi vereitelt jedoch die hart ansprechende Federung. Als Offroad-Scooter sollte man diesen Kymco nicht missverstehen. Und eine komfortable Sänfte ist er ebenfalls nicht, auf Kopfsteinpflaster schüttelt er seinen Fahrer ordentlich durch. Was seine Attraktivität nur geringfügig schmälert, denn gerade für B196-Fahrer ist er ein fraglos anziehendes, weil sehr erwachsen wirkendes Angebot.

Gut bestückt

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Die Ausstattung des Kymco DT X360 125i ist gut.

(Foto: Rita Niehues)

Die Ausstattung des Crossover-Rollers ist gut: Es gibt ein LED-Display im Cockpit, das bei greller Sonneneinstrahlung allerdings nicht besonders gut ablesbar ist. Es zeigt aber alles Wichtige an, bis hin zur Kühlwassertemperatur oder dem Ladezustand der Batterie. Zudem findet sich im Ablagefach links eine USB-Streckdose zum Laden des Smartphones. Ein zweiter USB-Anschluss ist unter dem aufklappbaren Markenlogo in der Lenkermitte versteckt. Das Staufach unter dem Sitz, wie die Tankklappe schlüssellos bedienbar, ist beleuchtet und schluckt zwei nicht allzu große Integralhelme. Vorteilhaft stellt sich auch die Beleuchtungsanlage dar: Ringsum strahlen LEDs. Angesichts der Crossover-Attitüde wäre die Ausrüstung mit Handschützern – vorteilhaft auch bei kühlen Temperaturen – optisch durchaus passend.

Die Sitzposition auf dem groß geratenen DT X360 ist angenehm; der Platz für die Beine ist ebenso reichlich wie für den Allerwertesten auf der voluminösen Sitzbank. Auch ein Passagier fühlt sich ausgezeichnet untergebracht. Der sportlich-kleine Windschild dient mehr der Optik als dem Schutz vor Wind und Niederschlag. Immerhin löst er keine lästigen Turbulenzen am Helm aus. Der sehr komfortable und breit geschnittene Sitz führt im Verein mit 80,5 Zentimeter Sitzhöhe dazu, dass der Fahrer mindestens 1,70 Meter messen sollte, um problemlos den Fuß auf den Boden zu bringen.

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Ein Integralhelm passt locker in das Staufach unter der Sitzbank des Kymco DT X360 125i.

(Foto: Rita Niehues)

Dank des recht großen 12,5 Liter Tanks leuchtete erst nach 330 Kilometern die Reserveleuchte; beim anschließenden Tanken nach 362 angezeigten Kilometern flossen 10,1 Liter in den Tank, ein Schnitt von 2,8 Liter pro 100 Kilometer. Um die kräftige Tachovoreilung bereinigt, ergaben sich 327 gefahrene Kilometer und ein Schnitt von 3,1 Litern. Auch kein Grund zur Traurigkeit, vor allem angesichts des nicht gerade geringen Vollgasanteils. Vom E5-Aufkleber am Tankstutzen sollte man sich nicht irritieren lassen: Eine Nachfrage beim Importeur ergab, dass der Motor auch E10-Sprit klaglos verdaut.

Als DT X360 350i ist der Crossover-Roller aus Taiwan natürlich souveräner motorisiert als die 125er-Version: Sein 321 Kubikzentimeter-Triebwerk leistet 28,6 PS, der Benzinverbrauch liegt laut Norm 0,8 Liter pro 100 km höher. Mit einem Mehrpreis von 850 Euro ist der Roller, für Besitzer eines A2-Führerscheins, sicher eine Überlegung wert.

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