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E-Autos: Wie effektiv sind Schnelllader?

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Der Ausbau der Lade-Infrastruktur in Deutschland ist unumgänglich. Denn die Produktion und der Bedarf an E-Autos steigt. Studien zufolge sollen sogenannte „Schnelllader“ den höheren Ladebedarf künftig decken können. Aber es gibt noch Diskrepanzen zwischen Industrie und Politik hinsichtlich des Bedarf-Nutzen-Faktors.

Viele deutsche Autofahrer sind immer noch skeptisch gegenüber E-Autos. Allerdings wären einer Umfrage des Online-Portals Mobile.de mehr als die Hälfte von ihnen zu einem Umstieg bereit, wenn das Auto mindestens 500 Kilometer weit fahren kann. Momentan liegen die möglichen Distanzen, je nach Batterieleistung, zwischen 120 und 700 Kilometern. Die aktuellen Reichweiten sind nur für 1,6 Prozent der Befragten ausreichend.

Auch wünschen sich die Autofahrer eine schnellere Ladung der E-Fahrzeuge, sowie eine besser ausgebaute Ladeinfrastruktur. Nur 30,1 Prozent würden den Wechsel trotz idealer Bedingungen dennoch ablehnen. Daher ist der Ausbau des Ladesäulenangebotes und die Erhöhung der Ladeschnelligkeit umso wichtiger, damit Elektrofahrzeuge perspektivisch noch mehr an Bedeutung und Popularität gewinnen.

Mehr Elektroautos, aber nicht genug Ladesäulen

Insgesamt gibt es derzeit knapp 21.000 Ladesäulen in Deutschland, wobei es sich bei 3200 davon um Schnellladesäulen handelt. Zusammen kommen sie auf über 42.000 Ladepunkte. Bis 2030 sollen aber 15 Millionen E-Autos auf den Straßen unterwegs sein. Laut einer Studie der Nationalen Ladeinfrastruktur müssen bis dahin daher 440.000 öffentliche Ladepunkte verfügbar sein. Aber es geht voran.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2021 wurden 367.905 Elektrofahrzeuge zugelassen. Das entspricht bereits einem Marktanteil von 22,6 Prozent. Damit liegt der Elektroantrieb bereits vor dem Diesel, der auf 22,2 Prozent Marktanteil kommt. Allerdings hat sich die Zahl der Ladestationen nicht dementsprechend schnell erhöht. So kommen auf einen Ladepunkt immer noch 20 E-Autos. Schlangen an den Ladestationen sind jedoch nicht zu befürchten, da die meisten Ladungen nicht an öffentlichen Ladestationen stattfinden. Im Gegenteil: 54 Prozent der E-Auto-Fahrer laden Ihre Fahrzeuge an einer Ladestation zu Hause und 19 Prozent direkt am Arbeitsplatz wieder auf. Dieser Faktor sollte nicht außer Acht gelassen werden, denn auch eine Überversorgung mit öffentlichen Ladepunkten ist nicht sinnvoll.

Laut einer Studie des Umweltverbandes Transport & Enviroment werden tatsächlich gar nicht so viele Ladepunkte benötigt, wie Autohersteller das häufig annehmen. Zu viele Ladepunkte könnten zu einer geringeren Nutzung von weniger als eine Stunde pro Tag führen. Allerdings sind laut dem Bericht des Europäischen Automobilherstellerverbands mindestens 3,6 Stunden täglich notwendig, damit sich die Ladeinfrastruktur auch wirtschaftlich rentiert.

Fast so schnell laden wie tanken

Um den Ausbau des Ladesäulenangebotes und damit auch die Akzeptanz von E-Autos bei den Autofahrern zu erhöhen, sollte Experten zufolge eine neue Strategie gefahren werden. So kommt eine Studie der Thinktanks Agora Verkehrswende zu dem Ergebnis, dass der Schwerpunkt auf Schnellladern im öffentlichen Raum liegen sollte. So seien besonders schnelle Gleichstrom-Ladestationen an belebten Orten wie Supermärkten oder Einkaufszentrum am sinnvollsten eingesetzt. Herkömmliche, etwas langsamere Ladestationen eignen sich dagegen eher für Carsharing und andere speziellere Anwendungen.

Aktuell sind vor allem Wechselstrom-Säulen mit einer Leistung von maximal 22 Kilowatt (kW) im städtischen Raum im Einsatz. Jedoch gibt es bereits Anbieter wie EnBW oder Fastned, die Gleichstrom-Anschlüsse mit 350 kW anbieten. Damit gelingt das Aufladen des E-Autos laut Agora fast so schnell wie beim Tanken. Jedenfalls bis zu einer Kapazität von 80 Prozent. Hier dauert es, bei einer Restladung des Akkus von zehn Prozent, kaum mehr als zehn Minuten. Bis zu 30 Minuten muss man warten, soll der Akku zu 100 Prozent gefüllt sein.

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