Rechtsextremer Einzeltäter
Anschlag auf jüdisches Altenheim: Ermittler legen sich fest
20.08.2026 – 10:22 UhrLesedauer: 1 Min.
Sieben Holocaustüberlebende starben 1970 im Feuer – nun benennen Ermittler einen Tatverdächtigen. Eine Verurteilung bleibt aus: Der Mann ist tot.
Die Generalstaatsanwaltschaft München hat die Ermittlungen zum Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim in München eingestellt – mehr als 56 Jahre nach der Tat. Nach Überzeugung der Behörde legte ein rechtsextremer Einzeltäter das Feuer. Strafrechtlich verfolgt werden kann er nicht: Der Tatverdächtige starb 2020.
Die Behörde hatte das Verfahren gegen Unbekannt im April 2025 wieder aufgenommen. Eine Zeugin habe glaubhafte Angaben zum Tatverdächtigen gemacht, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die Indizien sprächen deutlich dafür, dass ein damals 25-jähriger Mann das Feuer gelegt habe, der als rechtsextrem und antisemitisch bekannt gewesen sei.
Anhaltspunkte für eine Beteiligung weiterer Personen ergaben sich nach Behördenangaben nicht. Eine abschließende rechtliche Bewertung sei nicht möglich – die postmortale Unschuldsvermutung gelte ausdrücklich.
Sieben Holocaustüberlebende starben beim Anschlag
Das Feuer war am 13. Februar 1970 im Treppenhaus des jüdischen Gemeindehauses in der Reichenbachstraße ausgebrochen, kurz nach Ende eines abendlichen Gottesdienstes. Die Bewohner des dort untergebrachten Altenheimes wurden von den Flammen eingeschlossen. Sieben von ihnen starben – nach Angaben der Ermittler handelte es sich um Holocaustüberlebende. 15 weitere Menschen wurden verletzt, vier davon schwer.
Im Laufe der Jahrzehnte war mehrfach ermittelt worden. Die Bundesanwaltschaft hatte zeitweise eine linksextremistische Gruppierung im Blick, stellte das Verfahren aber 2017 ein – die Verdachtsmomente hätten nicht für einen konkreten Tatverdacht gereicht.
