September 28, 2026 7:01 p.m. CEST

Aufregung um Amthor „völlig übertrieben“

Jetzt äußert sich der Strandkorb-Verkäufer

Aktualisiert am 28.09.2026 – 15:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Philipp Amthor: Er lässt den Strandkorb zurückbringen. (Quelle: IMAGO/imago)

Nach der Kritik an Philipp Amthors Strandkorb im Kanzleramt soll das Möbelstück wieder zurück nach Mecklenburg-Vorpommern. Der Lieferant findet die Aufregung übertrieben.

Der Verkäufer, der Staatsminister Philipp Amthor (CDU) seinen Strandkorb ins Kanzleramt geliefert hat, findet die Diskussion um das maritime Möbelstück „völlig übertrieben“. Die Fakten seien bislang zu kurz gekommen, sagte Dirk Mund, freiberuflicher Vertriebler, der Deutschen Presse-Agentur. „Philipp war es wichtig, dass es ein ganz einfaches Modell ist – ein Stück Heimat, so wie er am Strand steht.“

Dementsprechend habe er „wirklich das Einfachste und Schlichteste gekriegt“. Das Modell heiße „Original Heringsdorfer“. Auf der Hersteller-Webseite wird das Modell mit einem Kaufpreis von rund 1.600 Euro geführt – zuzüglich Versandkosten. Amthor habe den Korb selbst bezahlt, sagte Mund.

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Von demselben Hersteller stammte auch der sechs Meter lange Riesenstrandkorb für den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Auf ihm hatten die Mächtigen der Welt zusammen mit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel Platz genommen. „Korbwerk ist ja die älteste Strandkorbmanufaktur Deutschlands und auch der Welt“, erklärt Mund.

Szene in Doku-Serie löst Kritik aus

Sie hatte in der Vergangenheit allerdings wiederholt wirtschaftliche Schwierigkeiten und stellte mehrfach Insolvenzanträge. Im Sommer 2024 wurde bekannt, dass die Tischlerei Pohl aus Züssow im Landkreis Vorpommern-Greifswald die Firma übernimmt. Danach war die Produktion von Heringsdorf ins wenige Kilometer entfernte Ückeritz umgezogen.

In der zweiten Staffel der Doku-Serie „Inside CDU“ des ZDF ist Mund bei der Anlieferung zusammen mit Amthor im Bundeskanzleramt zu sehen. Die Szene hatte in den sozialen Netzwerken teils Spott und kritische Reaktionen ausgelöst.

Es sei sein zweites Mal im Bundeskanzleramt gewesen, sagte Mund. Zuvor habe er einmal als Tourist an einer Führung teilgenommen. Amthor kenne die Strandkorbmanufaktur und habe sie auch besucht, als sie sich noch in Heringsdorf befand. Den Strandkorb habe er telefonisch bestellt. Er sei ursprünglich noch für das Digitalministerium in Berlin gedacht gewesen. Dort war Amthor Staatssekretär. Nach der Ernennung Amthors zum Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt sei der Korb dann dorthin geliefert worden.

„Philipp hat auch keinen Sonderpreis gekriegt“

„Philipp hat auch keinen Sonderpreis gekriegt“, betonte Mund, der selbst CDU-Mitglied ist. Er bezeichnete Amthor als „sehr umtriebig“, „volksnah“ und „extrem fleißig“. Amthor halte auch Kontakt in seinen Wahlkreis. „Selbst bei Scheunenfesten und Feuerwehrveranstaltungen ist er mit dabei.“ Bei der letzten Bundestagswahl 2025 war Amthor seinem AfD-Kontrahenten Enrico Komning unterlegen, aber über die Landesliste in den Bundestag eingezogen.

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