September 28, 2026 4:33 p.m. CEST

„Katastrophaler Herbst für die Alpengletscher“

Seltener Anblick am Matterhorn: Kachelmann äußert sich


Aktualisiert am 28.09.2026 – 15:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf das Matterhorn (Archivbild): Das Jahr 2026 war bislang außergewöhnlich warm. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Sonja Jordan/imago)

Ein 4.478 Meter hoher Berg in den Alpen, aber kein Schnee. Der Anblick beunruhigt auch den Wetterexperten Jörg Kachelmann.

Der Sommer hat zahlreichen Gletschern in den Alpen kräftig zugesetzt. Außergewöhnlich hohe Temperaturen ließen Schneedecken schmelzen, teils hatten die Wetterbedingungen auch massive Auswirkungen auf Wanderer und der Wassermangel machte Hüttenwirten zu schaffen.

Jetzt hat sich auch der Meteorologe und ehemalige ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann eingeschaltet und auf ein auf der Plattform X verbreitetes Foto reagiert. Es zeigt das Standbild einer Webcam, die den Gipfel des 4.478 Meter hohen Matterhorns in den Schweizer Alpen zeigt – augenscheinlich komplett ohne Schnee.

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Kachelmann schrieb dazu: „Es war ein katastrophaler Sommer und ist bisher ein katastrophaler Herbst für die Alpengletscher.“ Auch in den Kommentaren zeigten sich viele Nutzer fassungslos. „Wahnsinn! Es potenziert sich immer schneller. Wir werden leider bis jetzt noch unvorstellbare Phänomene erleben müssen“, meint ein Nutzer. Und ein anderer schrieb: „Ich glaube, es hat niemand mehr eine Vorstellung davon, wie tief wir in Schwierigkeiten stecken.“

Alpen: Wann die Gletscher komplett verschwunden sein könnten

Wie schlecht es um die Gletscher in den Alpen bestellt ist, machte erst kürzlich ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich deutlich: Mithilfe einer interaktiven Karte lässt sich der Zusammenhang zwischen Erderwärmung und dem Verschwinden der Gletscher nachvollziehen. Bei einer Erderwärmung um zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, so die Prognose, wäre der Matterhorngletscher im Jahr 2041 komplett verschwunden.

Zuletzt hatten Bilder des „weinenden“ Matterhorns Schlagzeilen gemacht: Ein Bergführer fotografierte gigantische Wassermassen, die den Berg herunterflossen. Und am Mont Blanc führten die Hitzewellen im Sommer zu lebensgefährlichen Zuständen, sodass die Behörden mehrere Hütten zwischenzeitlich komplett schließen mussten. Die hohen Temperaturen lockerten Felsverbände, Gletscher verloren ihre schützende Schneedecke.

Felssturz an der Zugspitze: Klare Vermutung zur Ursache

Auch an Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, hatte es kürzlich Felssturz-Alarm gegeben. Der Felssturz wirbelte eine weithin sichtbare Staubwolke auf, verletzt wurde niemand. Laura Schmidt von der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Vermutung liegt nahe, dass die warmen Temperaturen in diesem Sommer im Zusammenhang mit dem Felssturz stehen können.“ Die Daten müssten aber erst noch ausgewertet werden.

Der Sommer war in Deutschland der zweitwärmste nach 2003 seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 100 Jahren. Die Durchschnittstemperatur lag laut Deutschem Wetterdienst bei 19,6 Grad.

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