Abriss an der Holstenstraße
Bauarbeiter retten persönliche Gegenstände einer Familie
Aktualisiert am 11.08.2026 – 13:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Am Dienstag startete der Abriss des einsturzgefährdeten Hauses an der Holstenstraße. Die Bewohner hatten kaum Zeit, ihre Sachen mitzunehmen.
In der Holstenstraße in Hamburg-Altona-Altstadt hat am Dienstagvormittag der Abriss eines akut einsturzgefährdeten Anbaus begonnen. Schwerlastkräne befestigten zunächst einen Staubvorhang. Dahinter trägt ein Bagger das marode Gebäude im Hinterhof Stück für Stück ab.
Bewohner hatten am 23. Juli Risse in dem Gebäude aus dem Jahr 1894 entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Fachleute fanden schwere Schäden an tragenden Bauteilen und abgesackte Decken. Die Einsatzkräfte evakuierten 14 Menschen.
Bewohner verloren über Nacht ihr Zuhause
Über Nacht verloren die Bewohner ihr Zuhause: Das Bezirksamt sperrte am 24. Juli die Häuser 195 und 197 sowie das Nachbarhaus 199. Anfang August vergrößerten sich die Risse weiter. Daraufhin untersagte die Behörde am 7. August auch die Nutzung der Häuser 191 und 193.
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Ein Prüfstatiker stellte fest, dass Helfer den gefährdeten Anbau nicht dauerhaft abstützen können. Deshalb lässt das Bezirksamt ihn nun abreißen.
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Zeit, ihre persönlichen Wertsachen aus den Wohnungen zu retten, blieb nicht. Anwohnerin Angie kritisierte den Umgang mit den betroffenen Bewohnern. Diese hätten den Vermieter bereits Monate zuvor auf die Schäden hingewiesen. „Und jetzt verlieren die so von null auf 100 ihre Wohnung“, sagte sie. „Die hatten nur fünf Minuten Zeit, da Habseligkeiten zusammenzusuchen und dann rauszukommen.“ Ihr Urteil: „Das ist sowas von traurig.“
Bauarbeiter retten persönliche Wertsachen
Eine Mutter, die mit ihren zwei Kindern im vierten Stock des einsturzgefährdeten Gebäudes lebte, sagte, sie hätte nicht einmal Kleidung mitnehmen dürfen. Das Bezirksamt hätte den Bewohnern zwar Informationen zur Bergung persönlicher Gegenstände zugesagt, eine Rückmeldung sei allerdings ausgeblieben.
Schließlich handelten Mitarbeiter der Bauleitung selbst: In Absprache mit der Polizei betraten zwei Bauarbeiter das gefährdete Gebäude. Wenig später kamen sie mit zwei großen Tüten zurück. Darin befanden sich wichtige Habseligkeiten der Familie. Überrascht von der Hilfsbereitschaft der Arbeiter, sei sie in Tränen ausgebrochen, berichtet ein Reporter.
